Pakistan: Musharraf berichtet von genehmigten Drohnenangriffen

Musharraf: Drohnenangriffe in Einzelfällen genehmigtZur Großansicht
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Musharraf: Drohnenangriffe in Einzelfällen genehmigt

Offiziell lehnt Pakistan die Angriffe von Drohnen seit Jahren ab. Doch der frühere Militärmachthaber Musharraf gab jetzt zu, dass die Regierung in Islamabad in Einzelfällen solche Attacken der Amerikaner gestatteten.

Islamabad - Die Regierung von Pakistan verurteilt US-Drohnenangriffe stets als Verletzung der Souveränität des Landes. In einem neuen Buch wurde kürzlich jedoch ein Geheimabkommen zwischen Islamabad und der CIA enthüllt: Das Land stimmte demnach den Attacken der unbemannten Flugzeuge heimlich zu, wenn die Amerikaner vor jedem Angriff um Erlaubnis fragten. Im Gegenzug erhoffte sich Pakistan, dass auch eigene Feinde durch die Einsätze getötet würden.

Der frühere Militärmachthaber Pervez Musharraf schildert das Vorgehen jetzt ähnlich: US-Drohnenangriffe seien in Einzelfällen von der Regierung in Islamabad genehmigt worden, sagte er dem TV-Sender CNN in einem Interview. Dazu sei es aber nur sehr selten gekommen, "wenn das Ziel absolut isoliert war und es keine Gefahr von Kollateralschäden gab", sagte Musharraf. Bedingung sei gewesen, dass die Zeit für pakistanische Spezialkräfte nicht ausgereicht hätte, um das Ziel selbst anzugreifen.

Musharraf und die 2008 gewählte zivile Nachfolgeregierung hatten stets bestritten, die im Volk verhassten Drohnenangriffe toleriert oder sogar genehmigt zu haben. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hatte es aber auch geheißen, in Einzelfällen habe das Militär den USA früher sogar Zieldaten geliefert.

Mit den unbemannten und mit Raketen bewaffneten Flugzeugen gehen die USA im Grenzgebiet zu Afghanistan gegen militante Islamisten vor. Immer wieder werden bei den Angriffen aber auch Zivilisten getötet. Laut einem Uno-Bericht vom März kamen dabei mehr als 400 Zivilisten ums Leben. Von dem Think-Tank New America Foundation wurde die Zahl der Drohnentoten seit 2004 sogar mit bis zu 3200 Menschen angegeben. Bei zwischen 18 und 23 Prozent der Getöteten habe es sich um zivile Opfer gehandelt.

als/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
yournightmare 12.04.2013
Laut einem Uno-Bericht vom März kamen dabei mehr als "400 Zivilisten ums Leben. Von dem Think Tank New America Foundation wurde die Zahl der Drohnentoten seit 2004 sogar mit bis zu 3200 Menschen angegeben." Diese [...]
Laut einem Uno-Bericht vom März kamen dabei mehr als "400 Zivilisten ums Leben. Von dem Think Tank New America Foundation wurde die Zahl der Drohnentoten seit 2004 sogar mit bis zu 3200 Menschen angegeben." Diese fragwürdige Vereine sind wieder mal am Würfeln.
Der Feind steht im eigenen Land und noch dazu an der Spitze der Regierung! Das Volk sollte endlich diese fremdfinanzierten Verräter aus dem Amt jagen und die Souveränität wiederherstellen. Das wir uns nicht mißverstehen, [...]
Zitat von sysopOffiziell lehnt Pakistan die Angriffe von Drohnen seit Jahren ab. Doch der frühere Militärmachthaber Musharraf gab jetzt zu, dass die Regierung in Islamabad in Einzelfällen solche Attacken der Amerikaner gestatteten. Pakistan: Musharraf berichtet von genehmigten Drohnenangriffen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-musharraf-berichtet-von-genehmigten-drohnenangriffen-a-894045.html)
Der Feind steht im eigenen Land und noch dazu an der Spitze der Regierung! Das Volk sollte endlich diese fremdfinanzierten Verräter aus dem Amt jagen und die Souveränität wiederherstellen. Das wir uns nicht mißverstehen, die Feinde des Landes und seiner Bürger gehören bekämpft, ohne wenn und aber. Aber ausländische Kräfte mit der gezielten Ermordung von Landsleuten zu beauftragen, übersteigt die Grenzen des Erträglichen!
yournightmare 12.04.2013
Ich sehe hier absolut nichts unerträgliches. Unerträglich wäre für mich genau das Gegenteil. Wenn Terroristen das eigene Volk weiterhin so abschlachten würden wie bisher und trotz Hilfslosigkeit fragt man nicht nach Hilfe von [...]
Zitat von derandersdenkendeDer Feind steht im eigenen Land und noch dazu an der Spitze der Regierung! Das Volk sollte endlich diese fremdfinanzierten Verräter aus dem Amt jagen und die Souveränität wiederherstellen. Das wir uns nicht mißverstehen, die Feinde des Landes und seiner Bürger gehören bekämpft, ohne wenn und aber. Aber ausländische Kräfte mit der gezielten Ermordung von Landsleuten zu beauftragen, übersteigt die Grenzen des Erträglichen!
Ich sehe hier absolut nichts unerträgliches. Unerträglich wäre für mich genau das Gegenteil. Wenn Terroristen das eigene Volk weiterhin so abschlachten würden wie bisher und trotz Hilfslosigkeit fragt man nicht nach Hilfe von außen. Das wäre unerträglich. Und nicht das Gegenteil. Ich wette auch Deutschland hat schon hunderte male USA gebeten, dass die unsere Feinde gezielt töten sollen. Darunter so einige deutsche Staatsbürger. Stellen Sie sich vor. Deutscher Salafist fährt nach Afghanistan. Da würde Deutschland USA noch Geld zahlen, damit die den dort kriegen.
was "unsere" Feinde oder die Pakistans sind, die dann zum Abschuß freigegeben werden. Und wer kontrolliert dann, daß nur diese dem "Mordsspektakel" zum Opfer fallen und nicht der "Blutrausch" [...]
Zitat von yournightmareIch sehe hier absolut nichts unerträgliches. Unerträglich wäre für mich genau das Gegenteil. Wenn Terroristen das eigene Volk weiterhin so abschlachten würden wie bisher und trotz Hilfslosigkeit fragt man nicht nach Hilfe von außen. Das wäre unerträglich. Und nicht das Gegenteil. Ich wette auch Deutschland hat schon hunderte male USA gebeten, dass die unsere Feinde gezielt töten sollen. Darunter so einige deutsche Staatsbürger. Stellen Sie sich vor. Deutscher Salafist fährt nach Afghanistan. Da würde Deutschland USA noch Geld zahlen, damit die den dort kriegen.
was "unsere" Feinde oder die Pakistans sind, die dann zum Abschuß freigegeben werden. Und wer kontrolliert dann, daß nur diese dem "Mordsspektakel" zum Opfer fallen und nicht der "Blutrausch" die Oberhand vor der "Vernunft" behält, die ja wohl ohnehin schon vorher ausgeschaltet ist. Alles was Sie hier begrüßen, müßten Sie auch begrüßen, wenn andere im guten Glauben das Gleiche mit uns täten. Weil die tun dann ja eigentlich "Gutes", oder?
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  • Freitag, 12.04.2013 – 14:29 Uhr
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