Mögliches Ende der Afghanistan-Blockade Pakistan nimmt an Nato-Gipfel teil

Die Nato hat Pakistan doch zu ihrem Gipfeltreffen in Chicago eingeladen, Präsident Zardari bestätigte seine Teilnahme. Offenbar ist Islamabad bereit, seine Blockade der Nachschubrouten für die internationalen Truppen in Afghanistan aufzugeben.

Pakistans Präsident Zardari: Teilnahme an Nato-Gipfel in Chicago
AP

Pakistans Präsident Zardari: Teilnahme an Nato-Gipfel in Chicago


Brüssel/Islamabad - Kurzfristig hat Nato-Chef Anders Fogh Rasmussen den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari am Dienstag doch noch zum Bündnisgipfel am 20./21. Mai in Chicago eingeladen, Zardari bestätigte daraufhin sein Kommen.

Zuvor hatte sich in Islamabad ein Ende der pakistanischen Blockade der Nachschubrouten für die Nato in Afghanistan angedeutet. Im pakistanischen Außenministerium hieß es, das Verteidigungskomitee des Kabinetts befasse sich mit der Frage, dem Bündnis die Wiederaufnahme von Lieferungen an die Truppen im benachbarten Afghanistan zu erlauben.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass zum Gipfel nur jene Partner der Nato eingeladen würden, mit denen das Bündnis besonders eng zusammenarbeite. Zugleich hatte er darauf verwiesen, dass es noch Streit mit Pakistan um die Wiedereröffnung der Nachschubwege gebe. Diese sind vor allem für den Abzug der Kampftruppen wichtig, der bis Ende 2014 abgeschlossen sein soll.

Bei dem Gipfeltreffen soll am Sonntag und Montag über die Zukunft Afghanistans beraten werden, "und dafür spielt Pakistan eine wichtige Rolle", sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu in Brüssel.

Pakistan hatte die wichtigen Nachschubrouten vor fast einem halben Jahr gekappt. Auslöser war Ende November ein US-Angriff aus Afghanistan heraus, bei dem an der Grenze 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren. Seitdem muss die Nato auf Routen durch Russland und Zentralasien ausweichen.

Vor einer Wiedereröffnung der Routen hatte Pakistan eine Entschuldigung der USA verlangt. Diese haben lediglich ihr Bedauern ausgedrückt. Nach dem Vorfall hatte Pakistan auch die Afghanistan-Konferenz in Bonn boykottiert.

lgr/dapd/dpa



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