Washington - US-Präsident Barack Obama hat erstmals den umstrittenen Einsatz von Drohnen zur Bekämpfung von Aufständischen in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan eingeräumt. "Allgemein handelt es sich um sehr präzise Angriffe gegen al-Qaida und seine Verbündeten und wir sind sehr vorsichtig bei ihrer Verwendung", sagte der US-Präsident bei einem Chat mit Wählern.
Die Vorstellung, dass es einen Haufen wahlloser Angriffe in Pakistan gebe, sei falsch. Es sei wichtig, dass alle verstünden, dass die Einsätze sehr genau kontrolliert würden, betonte Obama. Auf die zivilen Opfer angesprochen entgegnete er, er wolle klarstellen, dass die Angriffe der unbemannten Flugzeuge "keine große Anzahl ziviler Opfer" verursachen.
Die US-Regierung hat den Drohneneinsatz in Pakistan bisher nicht offiziell bestätigt. Er ist in dem Land heftig umstritten, da immer wieder unbeteiligte Menschen dabei getötet werden.
Erst am Freitag demonstrierten etwa 100.000 Menschen in Karatschi. Angesichts der Proteste schwankt die Regierung in Islamabad zwischen stillschweigender Tolerierung und öffentlicher Verurteilung. Während in Afghanistan die Drohnen von der US-Armee gesteuert werden, ist in den pakistanischen Stammesgebieten der US-Auslandsgeheimdienst CIA zuständig.
Erst kürzlich soll eine Drohne den Terroristenführer Aslam Awan getötet haben. Zuvor hatten die USA ihre Drohneneinsätze in Pakistan fast zwei Monate lang ausgesetzt, nachdem Ende November bei einem Nato-Luftangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan irrtümlich 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren.
heb/AFP/dpa
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