Offene Grenze zu Afghanistan Nato-Nachschub rollt durch Pakistan

Der monatelange Nervenkrieg an der Grenze zu Afghanistan hat ein Ende. Die Nato darf Nachschub wieder über die Straßen Pakistans anliefern - und muss für den Transit nichts bezahlen. Die ersten Lastwagen rollten am Donnerstag durch den Grenzposten Chaman.

Verbindungsroute an pakistanisch-afghanischer Grenze: Verkehr fließt wieder
AFP

Verbindungsroute an pakistanisch-afghanischer Grenze: Verkehr fließt wieder


Islamabad - Mehr als sieben Monate hatte die Regierung in Islamabad die wichtige Nachschubroute nach Afghanistan blockiert. Nun hat Pakistan seine Grenze für die Transporte der Nato wieder geöffnet. Zwei Lastwagen seien gegen Mittag (Ortszeit) aufgebrochen, sagte ein Beamter am pakistanischen Grenzübergang Chaman in der südwestlichen Provinz Belutschistan, Fazal Bari.

"Wir haben Anweisung erhalten, alle Nato-Trucks passieren zu lassen", sagte ein weiterer Zöllner der Nachrichtenagentur Reuters. Nun seien bereits die ersten beiden Lkw über die Grenze gerollt.

Pakistan hatte am Dienstag zugestimmt, die Versorgungsrouten der Nato nach Afghanistan wieder zugänglich zu machen. Zuvor hatte sich US-Außenministerin Hillary Clinton bei ihrer pakistanischen Amtskollegin Hina Rabbani Khar für einen Nato-Luftangriff im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet entschuldigt. Dabei waren im vergangenen Jahr 24 pakistanische Soldaten getötet worden.

Die Regierung in Islamabad hatte die wichtige Transportroute nach der Attacke im November geschlossen. Die Sperrung verursachte für die westlichen Truppen große Probleme und kostete allein die USA laut Reuters jeden Monat rund einhundert Millionen Dollar zusätzlich.

Beide Seiten hätten Fehler eingestanden, die zu Todesopfern geführt hätten, betonte Clinton. Khar habe ihr daraufhin die Öffnung der Versorgungsrouten zugesichert. Auch eine Gebühr für ihre Verwendung soll es nicht geben.

Der Grenzstreit hatte für heftige diplomatische Verstimmungen gesorgt. Zwar öffnete Pakistan kurz vor dem Nato-Gipfel im Mai kurzfristig für einige Lastwagen des Militärbündnisses die Grenze, verlangte aber für jeden Truck 5000 Dollar Gebühren. Die USA zeigten Pakistan deswegen auf dem Gipfel demonstrativ die kalte Schulter, Präsident Barack Obama verweigerte sogar ein Vieraugengespräch mit dem aus Islamabad angereisten Staatschef Asif Ali Zardari.

jok/dapd/Reuters



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