Pakistan Qaida-Anführer offenbar durch Drohne getötet

Ein ranghohes Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida ist anscheinend im Nordwesten Pakistans durch eine US-Drohne getötet worden. Badar Mansoor zählte zu den Hauptzielen der amerikanischen Streitkräfte. Nach Geheimdienstangaben kamen mindestens drei weitere Menschen ums Leben.


Peschawar - Bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan soll ein Qaida-Anführer ums Leben gekommen sein. Der für die Koordinierung von Anschlägen zuständige Badar Mansoor sei am frühen Morgen nahe der afghanischen Grenze getötet worden, berichteten mehrere Nachrichtenagenturen. Sie bezogen sich dabei auf nicht namentlich genannte Beamte des pakistanischen Geheimdienstes.

Der US-Angriff erfolgte demnach in Miranshah im Stammesgebiet von Nordwaziristan. Die Gegend gilt auch als wichtiger Rückzugsort für mit al-Qaida verbündete pakistanische Taliban-Mitglieder.

Die Nachrichtenagenturen berichteten übereinstimmend von mindestens vier Toten. Reuters meldete insgesamt neun Opfer, die in Miranshah getötet worden seien. Eine offizielle Bestätigung, dass Mansoor unter den Opfern war, gab es nicht.

Mansoor soll für Anschläge mit zahlreichen Toten verantwortlich sein und zählte zu den Hauptzielen der US-Streitkräfte. Sein Tod sei ein schwerer Schlag für das Terrornetzwerk in Pakistan, sagte ein ranghoher pakistanischer Beamter, der anonym bleiben wollte. Seit dem Tod von Qaida-Anführer Ilyas Kashmiri sei Mansoor "de facto zum Qaida-Chef Pakistans" aufgestiegen.

Der Nachrichtenagentur dpa zufolge wurde Mansoor bereits vor zwei Jahren bei einem Drohnenangriff getötet. Seine Gruppe wurde zuletzt von einem Extremisten namens Qari Imran geleitet. Er soll zu Ehren seines früheren Anführers dessen Namen angenommen haben.

Der Drohnenangriff in Miranshah war bereits der zweite innerhalb von zwei Tagen in der Region. Am Mittwoch hatte eine US-Drohne zwei Raketen auf ein Gebäude im Stammesgebiet Nordwaziristan abgefeuert. Mindestens neun Extremisten sollen dabei ums Leben gekommen sein.

heb/AFP/AP/Reuters/dpa

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Zavi85 09.02.2012
1. .
Da geht 2012 weiter wie 2011 geendet hat. Immer gut wenn AQ schaden erleidet. Langsam sollte Pakistan sich mal der Frage stellen warum so viele davon auf ihrem Boden Unterschlupf suchen.
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