Pakistan Zahlreiche Tote bei bei US-Drohnenangriffen in Waziristan

Monatelang haben die USA keine Angriffe mehr geflogen, jetzt setzen sie wieder Drohnen ein: Bei mehreren Drohnenangriffen in Pakistan wurden mindestens 16 mutmaßliche Terroristen getötet.

Unbemannte "Predator"-Drohne: Immer wieder sterben Zivilisten
DPA

Unbemannte "Predator"-Drohne: Immer wieder sterben Zivilisten


Islamabad - Die USA haben die ersten Drohnenangriffe in Pakistan seit etwa einem halben Jahr geflogen. Zunächst seien bei einem Angriff auf ein Fahrzeug in dem Stammesgebiet Nord-Waziristan am Mittwoch sechs militante Islamisten getötet worden, sagte ein Geheimdienstvertreter. Bei den Opfern handelte es sich demnach um vier Usbeken und zwei Pakistaner.

Bei einem zweiten Luftschlag am Donnerstagmorgen seien mindestens zehn weitere Extremisten getötet worden. Drei US-Drohnen hätten insgesamt sechs Raketen auf das Dorf Dargah Mandi abgefeuert, das bereits am Mittwoch angegriffen worden war. Das Ziel des zweiten Angriffs waren demnach islamistische Kämpfer, die in den Trümmern des ersten Angriffs nach Toten und Verletzten gesucht hatten.

Die Einsätze von US-Kampfdrohnen gegen mutmaßliche islamistische Extremisten sind umstritten. Häufig sterben Zivilisten bei den Attacken. Die Angriffe mit unbemannten Flugzeugen belasten deshalb seit geraumer Zeit das Verhältnis zwischen Washington und Islamabad.

Angriffe kommen nach Anschlag auf Flughafen in Karatschi

Die an der Grenze zu Afghanistan gelegene Region Nord-Waziristangilt als Hochburg der Taliban und der mit ihnen verbündeten Kämpfer der Terrororganisation al-Qaida. In Pakistan kämpfen Taliban und andere Extremisten seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, Tausende Menschen wurden dabei bislang getötet.

Die pakistanischen Taliban hatten Anfang März eine Waffenruhe ausgerufen, um Friedensgespräche mit der Regierung in Islamabad zu erleichtern. Wenig später kündigten sie die Waffenruhe jedoch auf. Seitdem nahm die Zahl der Anschläge wieder zu. Die Taliban hatten sich auch auf die Angriffe auf den Flughafen der Metropole Karatschi am vergangenen Wochenende bekannt.

sun/syd/dpa/AFP



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insgesamt 10 Beiträge
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professor.alois 12.06.2014
1. Ohne Beweise oder Gerichtsverfahren...
Wenn dies nicht Terrorismus ist, dann weiss ich auch nicht. Man schiesst einfach mal sechs Leute ohne Beweise oder ein Gerichtsverfahren ab. Und dann nennen sich die USA auch noch einen Rechtsstaat.
etemenanki 12.06.2014
2.
Zitat von sysopDPAMonatelang haben die USA keine Angriffe mehr geflogen, jetzt setzen sie wieder Drohnen ein: Bei einem Drohneneinsatz in Pakistan kamen sechs mutmaßliche Terroristen ums Leben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-sechs-tote-bei-us-drohneneinsatz-a-974649.html
Und mit den vielen Angehörigen und Freunde der Opfer ( nicht das es um die schade ist, wenn es wirklich Terroristen waren) hat man sich schon die nächsten zukünftigen Terroristen herangezüchtet.
phaenologos 12.06.2014
3. Vorsicht
Die Behauptung, dass die Mordopfer sog. Terroristen gewesen wären, stammen aus einer nicht gerade für ihre Zuverlässigkeit bekannten Quelle. Mit solchen fragwürdigen Behauptungen werden seit Jahren die Zahlen der Opfer klein gerechnet. Die Verletzung der Souveränität Pakistans stellt einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht dar, die Heuchelei des US-Regimes wird dann besonders deutlich, wenn es sich künstlich über angebliche Vökerrechtsverstosse anderer Staaten empört, wenn durch diese die jämmerlichen Geschäfte der US-Industrie beeinträchtigt werden könnten. Wann endlich befreien wir uns vom Diktat dieses Regimes?
freiwilligfriedlich 12.06.2014
4. Na Herr Obama...
...und wieviele unschuldige friedliche Menschen und Kinder haben wir dabei wieder getötet? War das nicht so im Schnitt 1 Kind pro Tag? Herr Friedensnobelpreisträger...würde auch blöd klingen in der Meldung: "Etliche getötete potentielle Terroristen und 2 Kinder...". Ohne Beweisführung. Ohne Anklage. Ohne Verhandlung.
hevopi 12.06.2014
5. Leider
wird das auch nicht helfen. Wann endlich begreifen die Menschen, dass es gegen diese "Denke" und "Uraltkultur" kein Mittel gibt. Laßt die Menschen in Frieden ihr eigenes System weiterentwickeln.
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