Anschläge: Bombenterror überschattet Wahl in Pakistan

Die Befürchtungen bewahrheiten sich: Bei der Parlamentswahl in Pakistan haben Terrorakte an verschiedenen Orten des Landes mindestens 17 Menschen das Leben gekostet, es gibt Dutzende Verletzte. Bereits der Wahlkampf war äußerst blutig verlaufen.

Islamabad/Hamburg - Mindestens 17 Tote und 35 Verletzte - das ist bisher die traurige Bilanz der Parlamentswahl in Pakistan. Die meisten fielen einem Anschlag zum Opfer, der das Büro der regierenden Koalitionspartei ANP in der Handelsmetropole Karatschi zum Ziel hatte, wie mehrere TV-Sender berichten. Zudem gab es Verletzte bei weiteren Anschlägen, etwa in Peschawar. Bei einem Schusswechsel in der Provinz Balutschistan kamen vier Personen ums Leben.

Die am Samstag begonnene Wahl dürfte Umfragen zufolge der Partei von Ex-Ministerpräsident Nawaz Sharif die meisten Stimmen bringen. Sharif, Kandidat der Muslimliga PML-N, strebt 14 Jahre nach seinem Sturz wieder an die Macht. Er war in den Neunzigern bereits zweimal Premierminister, stets wurde ihm Korruption vorgeworfen. In der Schlussphase des Wahlkampfs hatte die PTI, die Partei des früheren Cricket-Stars Imran Khan, aufgeholt und liegt nun knapp hinter Sharif. Der regierenden Volkspartei (PPP) sagen die Umfragen dagegen eine schwere Niederlage voraus.

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Anschläge in Pakistan: Blutiger Wahltag

Bereits der Wahlkampf war von schwerer Gewalt begleitet worden, 110 Menschen kamen bei Anschlägen ums Leben. Die mit der al-Qaida verbündeten pakistanischen Taliban (TTP) wurden dafür verantwortlich gemacht. Sie lehnen die Abstimmung als unislamisch ab.

Mehr als 600.000 Sicherheitskräfte

Erstmals in der bald 66-jährigen Geschichte des Landes wird voraussichtlich eine demokratisch gewählte Regierung nach einer vollen Legislaturperiode von einer ebenfalls gewählten Regierung abgelöst. Pakistan war über Jahrzehnte vom Militär regiert worden. 86 Millionen Menschen sind aufgerufen, von neuem über insgesamt 342 Sitze zu entscheiden. Vier Provinzen wählen zeitgleich ihre Landesparlamente. Mehr als 16.000 Menschen aus insgesamt 250 Parteien stehen zur Wahl.

Weil die Taliban auch für den Wahltag Selbstmordanschläge im ganzen Land angekündigt haben, findet die Abstimmung unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 600.000 Kräfte sind im Einsatz und bewachen vor allem die Wahllokale.

Die pakistanische Regierung hatte unmittelbar vor der Wahl den Korrespondenten der "New York Times" ausgewiesen. Declan Walsh sei das Visum wegen "unerwünschter Tätigkeiten" aberkannt worden, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf eine Anordnung des Innenministeriums. Der 39-Jährige müsse Pakistan bis zum Ende des Wahltags am Samstag verlassen.

Pakistan gilt der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge als eines der gefährlichsten Länder der Welt für Journalisten. Allein seit Jahresanfang sind sechs Reporter bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Pakistan führt damit die Liste der tödlichsten Länder für Journalisten an.

tdo/kaz/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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1. In der Tat eine interessante...
ratxi 11.05.2013
Zitat von sysopAP/ DPADie Befürchtungen bewahrheiten sich: Bei der Parlamentswahl in Pakistan hat ein Terrorakt mindestens elf Menschen das Leben gekostet, es gibt Dutzende Verletzte, Medien berichten von weiteren Anschlägen. Bereits der Wahlkampf war äußerst blutig verlaufen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-terroranschlaege-ueberschatten-parlamentswahl-a-899220.html
"Pakistan führt damit die Liste der tödlichsten Länder für Journalisten an." In der Tat eine interessante Formulierung. Ich kenne Medien, die hätten das nicht besser gekonnt.
2. Tolles Land, wo ist das Problem ?
Gerdtrader50 11.05.2013
Einziges Problem liegt in der atomaren Bewaffnung, zu denen die mit Hilfe der cleveren Holländer und Khan kamen. Ich denke, es muss nur ein klares Signal geben an diese, jeder Anschlag, jeder Terror, der ausserhalb dieses tollen Landes in einem anderen Land geschieht, zieht erhebliche militärische Strafaktionen nach sich inklusive Einmarsch in das Chaosland. Ansonsten die Drohnen abziehen und das hochzivilisierte Land sich selbst überlassen, mögen die sich doch die Köpfe einschlagen, solange sie wollen. Im Falle atomarer Angriffe sind diese dem Erdboden gleichzumachen. Das gleiche gilt für Afghanistan. Was mischen sich die Westler eigentlich dauernd überall ein und lassen sich vor Ort die Köpfe einschlagen, können die ihre westlich-wirren Köpfe nicht in zivlisierten Gegenden herumtragen ? Der Westen ist selbst schuld, wenn er sich von diesen Typen verulken lässt. Sind halt ein bisschen doof, die Westler.
3. Kurzfristig
kuac 11.05.2013
Pakistan hat selbst und aktiv mit den USA zusammen die Talibankrieger aufgebaut. Nun müssen sie mit den Konsequenzen leben. Der Westen wird aus AFG zurückziehen und die Pakistaner müssen mit den Talibans fertig werden. Ob das gelingen kann? Hätte Pakistan nicht mitgeholfen, die Talibans gegen die Russen aufzubauen, wäre Pakistan ein Teil der Achse des Bösen. Der Westen denkt sehr kurzfristig und handelt reflexartig.
4.
Forums-Geschwurbel 11.05.2013
Zitat von kuacPakistan hat selbst und aktiv mit den USA zusammen die Talibankrieger aufgebaut. Nun müssen sie mit den Konsequenzen leben. Der Westen wird aus AFG zurückziehen und die Pakistaner müssen mit den Talibans fertig werden. Ob das gelingen kann? Hätte Pakistan nicht mitgeholfen, die Talibans gegen die Russen aufzubauen, wäre Pakistan ein Teil der Achse des Bösen. Der Westen denkt sehr kurzfristig und handelt reflexartig.
Auch wenn Sie das noch hundertmal wiederholen, bleibt es doch grober Unfug. "Die Taliban-Bewegung hat ihre Ursprünge in religiösen Schulen für afghanische Flüchtlinge in Pakistan, welche meist von der politischen pakistanischen Partei Jamiat Ulema-e-Islam geführt wurden.[1] Die Ideologie der Bewegung basiert auf einer extremen Form des Deobandismus und ist zudem stark vom paschtunischen Rechts- und Ehrenkodex, dem Paschtunwali, geprägt. Der Anführer der Taliban ist Mullah Mohammed Omar. Die Taliban traten erstmals im Jahre 1994 in der südlichen Stadt Kandahar in Erscheinung." Taliban (http://de.wikipedia.org/wiki/Taliban) 1994 waren die Russen dort schon fünf Jahre weg. Und das Interesse der USA an der Region befand sich 1994 nahe NULL.
5. Benazir Bhutto....
tamtamm 11.05.2013
Zitat von Forums-GeschwurbelAuch wenn Sie das noch hundertmal wiederholen, bleibt es doch grober Unfug. "Die Taliban-Bewegung hat ihre Ursprünge in religiösen Schulen für afghanische Flüchtlinge in Pakistan, welche meist von der politischen pakistanischen Partei Jamiat Ulema-e-Islam geführt wurden.[1] Die Ideologie der Bewegung basiert auf einer extremen Form des Deobandismus und ist zudem stark vom paschtunischen Rechts- und Ehrenkodex, dem Paschtunwali, geprägt. Der Anführer der Taliban ist Mullah Mohammed Omar. Die Taliban traten erstmals im Jahre 1994 in der südlichen Stadt Kandahar in Erscheinung." Taliban (http://de.wikipedia.org/wiki/Taliban) 1994 waren die Russen dort schon fünf Jahre weg. Und das Interesse der USA an der Region befand sich 1994 nahe NULL.
hat quasi die Taliban aufgebaut.... nur wird das im deutsprachigem Wiki nicht erwähnt.... Benazir Bhutto - Wikipedia, the free encyclopedia (http://en.wikipedia.org/wiki/Benazir_Bhutto)
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Fakten über Pakistan
Staatsgründung
Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .
Kaschmir-Konflikt
Seit der Staatsgründung führte Pakistan zwei große Kriege mit dem Nachbarn Indien um die Grenzregion Kaschmir , 1947/48 und 1965. Der Fürstenstaat Kaschmir hatte sich zunächst zu Indien zugehörig erklärt. Der islamische Staat Pakistan beanspruchte das überwiegend von Muslimen bewohnte Kaschmir jedoch für sich und gewann die Herrschaft über den westlichen und nördlichen Teil der Region. Doch auch Indien betrachtete Kaschmir als sein Territorium. Die von der Uno 1948 vorgeschlagene und vom indischen Premierminister versprochene Volksabstimmung, in der die kaschmirische Bevölkerung selbst über ihre Zukunft entscheiden sollte, wurde nie durchgeführt.

Seit den achtziger Jahren kämpfen im indischen Teil Kaschmirs muslimische Rebellen für die Unabhängigkeit der Region oder einen Anschluss an Pakistan. 1999 kam es wieder zu größeren militärischen Auseinandersetzungen mit mehreren hundert Toten, und 2001 standen die Atommächte Indien und Pakistan erneut am Rande eines Krieges. 2004 wurde ein Friedensprozess zwischen Neu-Delhi und Islamabad eingeleitet.

Der pakistanische Geheimdienst ISI steht im Verdacht, Kontakte zu islamistischen Terroristen zu pflegen. Indien wirft Pakistan die Unterstützung muslimischer Terroristen vor. Auch hinter der Anschlagserie in Mumbai 2008 vermutet Neu-Delhi islamistische Terroristen aus Pakistan.

Islam
Mit der Verfassung von 1956 wurde Pakistan die erste islamische Republik der Welt. Der Islam ist Staatsreligion, gleichzeitig garantiert die Verfassung jedoch Religionsfreiheit. 96 Prozent der Pakistaner sind Muslime, der Präsident muss ebenfalls Muslim sein. Seit der Staatsgründung haben Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen über die Rolle des Islam im Staatsverständnis die Innenpolitik beherrscht.

Immer wieder gab es auch islamistische Tendenzen. So führte Diktator Zia ul-Haq die Scharia , die islamische Rechtsprechung, ein. 1997 erkannte Pakistan als erster Staat das extremistische Taliban -Regime in Afghanistan an und unterstützte es bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 . Während die Zentralregierung in Islamabad zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA im Anti-Terror-Krieg avancierte, erstarkte die islamistische Opposition im Land.

Macht der Taliban
In den Stammesgebieten in der nordwestlichen Provinz an der Grenze zu Afghanistan hat die pakistanische Zentralregierung nur begrenzten Einfluss. Dort herrschen islamistische Extremisten und pakistanische Taliban , die sich teilweise auf die Hilfe der regionalen Stammesführer stützen. Die Enttäuschung über die korrupte staatliche Justiz und Verwaltung erhöhte die Attraktivität des Islamismus in der Bevölkerung.

Verstärkung erhielten die radikalen Islamisten von afghanischen Taliban aus den Reihen von Mullah Omar sowie Qaida -Kämpfern, die aus Afghanistan geflohen sind. Militante betreiben hier in Waziristan auch Ausbildungslager für international operierende Dschihadisten.

Kampf gegen die Extremisten
Die pakistanische Armee führte ab 2003 wiederholt Militäraktionen im Nordwesten gegen die Taliban - und Quaida -Terroristen durch. Als Reaktion verübten Terroristen verheerende Anschläge in pakistanischen Städten.

Die Amerikaner versuchen, die islamistischen Extremisten in ihren pakistanischen Verstecken mit ferngesteuerten Präzisionsraketen zu treffen. Doch diese Drohnen -Angriffe sind bei der Bevölkerung äußerst unpopulär und treiben die Menschen in die Arme der militanten Islamisten.

Das pakistanische Militär scheute zunächst die ernsthafte Konfrontation mit den Extremisten. Die Armee und der pakistanische Geheimdienst ISI haben diese Gruppierungen zum Teil Anfang der achtziger Jahre selbst aufgebaut, um im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan mitzumischen, und haben sie später im Kaschmir-Konflikt eingesetzt. Und noch immer betrachten viele Offiziere die Taliban nicht als ihren eigentlichen Gegner – der wahre Feind sei Indien .

Um die Aufständischen in den Stammesgebieten ruhigzustellen, versuchte schon Präsident Pervez Musharraf , Abkommen mit ihnen zu schließen, und versagte. Im April 2009 scheiterte ein Friedensabkommen, das sein Nachfolger, Staatschef Asif Ali Zardari , ausgehandelt hatte: Die Taliban sollten die Waffen niederlegen und im Gegenzug in der Region Malakand, zu der das Swat-Tal und fünf weitere Distrikte gehören, die Scharia anwenden dürfen. Mit Hilfe des islamischen Rechts können sich die Taliban die Bevölkerung legal gefügig machen - wer sich gegen ihre Herrschaft auflehnt, wird geköpft. Statt einer Feuerpause brachten sie vom Swat-Tal aus mehrere Distrikte unter ihre Kontrolle und rückten bedrohlich nahe an die Hauptstadt Islamabad heran, bis die Armee im Frühjahr 2009 eingriff und die Gebiete zurückeroberte. Im Oktober 2009 begann das Militär außerdem einen Krieg gegen die Taliban in der Region Südwaziristan.

Atomwaffen
1985 wurde in Pakistan erstmals Uran angereichert, seit 1998 besitzt das Land nachweislich Atomwaffen : Nur Tage nach indischen Atomtests zündete Pakistan im Mai 1998 in der Nähe der unbewohnten Chagai-Berge erfolgreich Kernwaffen. Die genaue Zahl der atomaren Sprengköpfe ist nicht bekannt, aber es sollen 60 bis 100 sein, die an verschiedenen Stellen im Land gelagert und von rund 10.000 Soldaten bewacht werden.

Damit gehört Pakistan neben den fünf offiziellen Atommächten USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China sowie Indien, Israel und Nordkorea zum Kreis der neun Nuklearmächte, was die Bedeutung des verarmten Landes stark erhöht.

Militärbeobachter befürchten, Nuklearwaffen aus dem pakistanischen Waffenarsenal könnten aufgrund der Instabilität des Landes in die Hände von Extremisten fallen. Diese hätten damit ein Mittel in der Hand, dem Westen ihre Bedingungen zu diktieren. Geschürt wird die Angst vor diesem Horrorszenario dadurch, dass die Taliban in den vergangenen Monaten ihre Basis in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ausgebaut haben. Im April 2010 rückten sie bis auf 100 Kilometer Entfernung auf die Hauptstadt Islamabad vor, bevor sie vom pakistanischen Militär zurückgedrängt wurden.


Fakten über Pakistan und die Wahl
Was wird am 11. Mai 2013 gewählt?
Pakistan wählt zum zehnten Mal seit Staatsgründung 1947 eine Nationalversammlung sowie vier Provinzparlamente. Die Parlamente wählen anschließend eine nationale Regierung sowie ihre Provinzregierungen.
Wer tritt zur Wahl an?
Am 11. Mai stellen sich in Pakistan insgesamt 16.692 Kandidaten zur Wahl. Die Übersicht über die Zahl der Kandidaten:

Nationalparlament: 5000
Provinzparlament Punjab: 6044
Provinzparlament Sindh: 2991
Provinzparlament: Khyber-Pakhtunkhwa: 1592
Provinzparlament Belutschistan: 1065

Die Wahlkommission listet insgesamt 250 zugelassene Parteien auf. Ein Kandidat darf in mehreren Wahlkreisen gleichzeitig antreten. Bei einem Mehrfachsieg muss er sich für einen Wahlkreis entscheiden, in dem anderen wird nachgewählt.
Wer darf wählen?
Zur Wahl des Nationalparlaments sind 86,1 Millionen Menschen registriert. Wahlberechtigt sind alle Staatsbürger ab 18 Jahren.
Wie hoch ist der Frauenanteil im Parlament?
Er lag bislang bei 22 Prozent. Das Parlament hat insgesamt 342 Sitze. 272 Parlamentarier werden nach dem Mehrheitsrecht direkt in ihren Wahlkreisen gewählt. 60 weitere Sitze sind für Frauen sowie zehn für religiöse Minderheiten vorbehalten.
Wie hoch wird die Wahlbeteiligung ausfallen?
Das Interesse an der Wahl ist groß in Pakistan, zumal die Menschen unzufrieden sind mit den Lebensbedingungen: steigende Preise, schlechte Wirtschaftszahlen, Terror.

Doch die Wahlbeteiligung ist traditionell niedrig:

Bei der vergangenen Wahl 2008 beteiligten sich 44,5 Prozent der Wahlberechtigten, der Durchschnitt seit 1947 liegt bei 45,3 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2009 lag die Beteiligung bei 70,78 Prozent und war damit die niedrigste seit Bestehen der Bundesrepublik, im Durchschnitt liegt die Wahlbeteiligung in Deutschland bei 85,4 Prozent.
Dürfen überall Frauen wählen?
Rein rechtlich ja. Aber es gibt viele Regionen, in denen Männer es den Frauen der Familie untersagen zu wählen. In den Stammesgebieten haben die Taliban es Frauen verboten, zur Wahl zu gehen.

Aber auch die amtlichen Zahlen zeigen eine Ungerechtigkeit auf: In der Bevölkerung sind 51 Prozent männlich, 49 Prozent weiblich. Laut Wählerlisten sind aber 57 Prozent der registrierten Wähler männlich und nur 43 Prozent weiblich.
Wie wird gewählt?
Anders als in Deutschland werden die 272 Sitze nach dem Mehrheitswahlrecht besetzt. Wer im Wahlkreis am stärksten abschneidet, gewinnt den Sitz. Alle anderen Stimmen verfallen.
SPIEGEL ONLINE

Fläche: 796.000 km²

Bevölkerung: 184,753 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Islamabad

Staatsoberhaupt:
Mamnoon Hussain

Regierungschef: Nawaz Sharif

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