Pakistan Tote bei Anschlag in Peschawar

Bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Entgegen ersten Angaben befinden sich unter den Opfern jedoch keine Amerikaner. Die Bombe explodierte in der Nähe eines Uno-Büros in der Stadt Peschawar.

Zerstörtes Auto in Peschawar: Explosion nahe einem Uno-Büro
AP

Zerstörtes Auto in Peschawar: Explosion nahe einem Uno-Büro


Peschawar - In Peschawar im Nordwesten Pakistans sind bei einem Bombenanschlag in der Nähe eines Uno-Büros am Montagmorgen mehrere Menschen getötet worden. Die Opferzahlen schwanken zwischen zwei und fünf. Zunächst hatte es geheißen, unter den Toten seien auch zwei US-Amerikaner. Die US-Botschaft dementierte die Angaben allerdings inzwischen. Mindestens 18 weitere Menschen wurden bei der Explosion am Montag verletzt, wie der regionale Informationsminister Mian Iftikhar mitteilte.

Der Anschlag, sagen die Sicherheitskräfte vor Ort, habe sich vermutlich gezielt gegen Ausländer gerichtet. Wahrscheinlich habe es sich um eine in einem Auto versteckte Bombe gehandelt, erklärt ein Polizist SPIEGEL ONLINE. "Das waren sicher mehr als hundert Kilogramm Sprengstoff." In anderen Berichten ist von einem Selbstmordattentäter die Rede, der sich neben dem US-Fahrzeug in die Luft sprengte.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Anschlag in der Nähe des Sitzes des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sowie eines Wohnkomplexes, in dem Mitarbeiter des US-Konsulats und Büros ausländischer Hilfsorganisationen untergebracht sind. Die Bombe explodierte, als ein Geländewagen mit vier ausländischen Insassen das Grundstück des Flüchtlingshilfswerks verließ. Hinter dem Auto fuhren Sicherheitskräfte, auch ihr Wagen wurde beschädigt.

Vor dem UNHCR-Büro bot sich ein Bild der Verwüstung. Ein ausgebranntes Wrack eines Geländewagens steht an der Mauer des Grundstücks, Trümmerteile liegen über mehrere hundert Meter verteilt. Ein Polizist hält angesengte Pässe von Opfern in die Fernsehkameras. Es sind Pässe von westlichen Ausländern.

Peschawar liegt im Westen Pakistans, wenige Kilometer von der Grenze zu Afghanistan entfernt und nahe den Stammesgebieten, die als Rückzugsgebiete von Terroristen gelten. In der Region werden viele Taliban und Qaida-Kämpfer vermutet, die seit Jahren vor allem gegen pakistanische Sicherheitskräfte kämpfen.

ler/kaz/AFP/Reuters

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