"Sie gewähren Terroristen Zuflucht" USA frieren Finanzhilfen für Pakistan ein

Die USA hätten Pakistan mit Milliarden unterstützt - und dafür nichts als Lügen und Betrug geerntet, wetterte Präsident Trump. Nun hat er Hilfszahlungen an Sicherheitsbehörden vorerst eingestellt.

Weißes Haus
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Die US-Regierung wirft Pakistan vor, zu wenig gegen islamistische Kämpfer zu unternehmen - und hat deshalb Finanzhilfen an pakistanische Sicherheitsbehörden vorerst eingestellt. Die Unterstützung werde ausgesetzt, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert. Seit Anfang des Jahres halten die USA auch Hilfsgelder an Pakistan in Höhe von 255 Millionen Dollar zurück. Wie hoch die Summe der Hilfsgelder ist, die nun eingefroren wurden, ist nicht bekannt.

Seit Donald Trumps Amtsantritt haben sich die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter verschlechtert. Auch Trumps Vorgänger Barack Obama hatte die Haltung Pakistans gegenüber den radikalislamischen Taliban kritisiert, die Washington seit Ende 2001 in Afghanistan bekämpft. Die Situation ist besonders heikel, weil Pakistan eine Atommacht ist.

Solange die pakistanische Regierung nicht "entscheidende Maßnahmen gegen die afghanischen Taliban und die Haqqani-Gruppe" ergreife, werde das Land als "destabilisierend" für die Region eingestuft, sagte Nauert. Die Haqqani-Gruppe ist mit den Taliban verbündet.

Trump hatte Pakistan am Montag in seiner ersten Twitter-Botschaft des Jahres vorgeworfen, "Terroristen" Zuflucht zu gewähren. "Die Vereinigten Staaten haben Pakistan törichterweise mehr als 33 Milliarden Dollar an Hilfen im Laufe der vergangenen 15 Jahre gegeben", schrieb der Präsident. Pakistan habe den USA seinerseits "nichts als Lügen und Betrug" geboten und sie für dumm gehalten. "Sie gewähren den Terroristen Zuflucht, die wir in Afghanistan jagen. Das ist vorbei!", schrieb Trump.

koe/AFP



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