Pakistan Vermummte Extremisten attackieren Nato-Konvoi

Sie zwangen fünf Lastwagen auf freier Strecke zum Halt und zündeten sie an: Extremisten haben im Südwesten Pakistans einen Konvoi der Nato angegriffen und zerstört. Die Route aus Afghanistan gilt als gefährlich - doch die US-Truppen sind auf sie angewiesen.


Kabul - Nach Angaben der pakistanischen Behörden haben am Montag vier vermummte Angreifer einen Transportkonvoi der Nato attackiert. Sie schlugen in der Provinz Balutschistan zu, rund 120 Kilometer von der Provinzhauptstadt Quetta entfernt. Die Extremisten zwangen die Lastwagenkolonne zunächst zum Halten, dann übergossen sie alle fünf Fahrzeuge mit Benzin und steckten den Konvoi in Brand. Die Lkw wurden fast vollständig zerstört, ein Fahrer wurde bei dem Angriff leicht verletzt, hieß es weiter.

Die Route, auf der die Nato-Lastwagen unterwegs waren, gilt als sehr gefährlich. Wegen anhaltender Anschläge der radikalislamischen Taliban wurde sie einige Jahre lang nicht mehr von ausländischen Truppen genutzt. Seit Mitte Februar wird sie aber wieder befahren, um militärisches Material aus dem benachbarten Afghanistan zu transportieren. Afghanistan hat keinen eigenen Zugang zum Meer, die Ausrüstung wird deshalb ausgeflogen oder auf dem Landweg in die pakistanische Hafenstadt Karatschi gebracht und von dort aus verschifft.

Der internationale Einsatz der US-geführten Kampftruppen in Afghanistan wird Ende kommenden Jahres beendet. Der vollständige Abzug kostet die USA Schätzungen zufolge zwischen fünf und sechs Milliarden Dollar. Am Sonntag hatte der zuständige US-General Steven Shapiro erklärt, die Route für den Abtransport des Materials durch Pakistan "maximal" ausschöpfen zu wollen.

amz/AFP



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