Terror in Pakistan Viele Tote bei Anschlag auf Impfzentrum

Bei einem Anschlag auf ein Impfzentrum gegen Kinderlähmung wurden in Pakistan mehr als ein Dutzend Menschen getötet. Unter den Opfern sind zwölf Polizisten.

Anschlag in Quetta: Die meisten Opfer waren Polizisten
AFP

Anschlag in Quetta: Die meisten Opfer waren Polizisten


Ein Selbstmordattentäter sprengte sich offenbar vor einem Kleinbus mit Polizisten in die Luft. Mindestens 15 Menschen kamen am Mittwoch bei einem Anschlag auf ein Impfzentrum zum Schutz gegen Kinderlähmung in der Stadt Quetta im Südwesten Pakistans ums Leben.

Die Polizisten seien für die Sicherheit des Impfteams zuständig gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Toten seien mindestens zwölf Polizisten, ein Offizier einer paramilitärischen Einheit und ein Zivilist. 20 weitere Menschen seien verletzt worden. "Kinder sind nicht ums Leben gekommen", sagte ein Arzt im zivilen Krankenhaus der Stadt, der ungenannt bleiben wollte.

Der Polizeichef von Quetta, Manzoor Sarwar Chaudhry, sagte, es habe sich "mindestens um eine Sieben-Kilo-Bombe" gehandelt. "Wir untersuchen noch, ob es die Tat eines Selbstmordattentäters war."

Helfer, die in Pakistan gegen Kinderlähmung impfen, waren bereits mehrfach Ziel von Anschlägen von Islamisten wie etwa den Taliban. Diese bezeichnen die Impfungen als einen Deckmantel für westliche Spione und werfen den Medizinern vor, Mittel zu verabreichen, um die Kinder zu sterilisieren.

Das Gesundheitsministerium der Provinz teilte mit, die Impfkampagne werde bis auf Weiteres gestoppt. Pakistan hatte erst zwei Tage zuvor eine große Initiative zur Polio-Impfung von 2,4 Millionen Kindern unter fünf Jahren gestartet. Pakistan und Afghanistan sind die einzigen Länder der Welt, in denen Kinder noch an der gefährlichen Kinderlähmung erkranken.

als/dpa/Reuters

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