Parlamentswahlen Viele Tote bei Anschlag auf Wahllokal in Pakistan

Mehr als 370.000 Militärs und 450.000 Polizisten sichern die Abstimmung in Pakistan - dennoch hat sich ein Bombenanschlag auf ein Wahllokal im Süden des Landes ereignet. Mindestens 28 Menschen starben.

Sicherheitskräfte am Anschlagsort
REUTERS

Sicherheitskräfte am Anschlagsort


Bei einem Attentat nahe einem Wahllokal im Südwesten Pakistans sind nach Behördenangaben mindestens 28 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Der Angreifer habe versucht, in das Wahllokal in der Stadt Quetta zu gelangen, sagte ein örtlicher Verwaltungsbeamter. Demnach sprengte der Angreifer sich in die Luft, als die Polizei ihn aufhalten wollte - inmitten einer Schlange von Wählern.

Wahlen wurden in Pakistan schon häufig von Gewalt begleitet. Mehr als 370.000 Militärs und 450.000 Polizisten sichern die Abstimmung. Erst Mitte Juli waren mehr als 120 Menschen bei einem Anschlag auf eine Wahlkampfveranstaltung in der südpakistanischen Provinz Balutschistan ums Leben gekommen.

Den Anschlag in Quetta reklamierte unterdessen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) für sich. Das Selbstmordattentat habe Dutzende "Helfer der Sicherheitskräfte" getötet und verletzt, teilte die IS-Propagandaorganisation Amaq mit.

Jüngsten Umfragen zufolge gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif und der Tehreek-e Insaf (PTI) des ehemaligen Kricketstars Imran Khan.

Da laut Wahlforschern vermutlich keine Partei auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen wird, steht der südasiatischen Atommacht eine schwierige Regierungsbildung bevor.

apr/AFP/dpa



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