Pakistan Mehr als 20 Tote bei Selbstmordanschlag

Der Attentäter trug eine Sprengstoffweste und war mit Handgranaten bewaffnet: Bei einem Selbstmordanschlag nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind mehrere Menschen getötet worden. In der Metropole Karatschi explodierten außerdem zwei Bomben.

Tatort in Rawalpindi: Polizeieinsatz nach Selbstmordattentat auf schiitische Prozession
DPA

Tatort in Rawalpindi: Polizeieinsatz nach Selbstmordattentat auf schiitische Prozession


Islamabad - Bei Anschlägen auf muslimische Prozessionen in Pakistan sind in der Nacht zu Donnerstag mindestens 25 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordanschlag ereignete sich in der Stadt Rawalpindi, wie ein Sprecher der Rettungskräfte mitteilte. Dabei starben 23 Menschen. Demnach wurden mindestens 62 Menschen durch die Detonation verwundet, darunter mehrere Kinder. In Rawalpindi hat die Armee ihr Hauptquartier, die Stadt liegt wenige Kilometer von der Hauptstadt Islamabad entfernt. Die Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP), die pakistanische Taliban-Dachorganisation, bekannte sich zu dem Anschlag.

Der etwa 18 Jahre alte Attentäter habe eine Sprengstoffweste getragen und sei mit Handgranaten bewaffnet gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Gläubigen hätten gerade eine schiitische Gebetsstätte verlassen, als sich der Angriff ereignet habe, hieß es.

Bei zwei weiteren Bombenanschlägen auf Schiiten in der südpakistanischen Hafenstadt Karatschi wurden in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben der Polizei insgesamt zwei Menschen getötet. Auch zu diesen Anschlägen bekannten sich die pakistanischen Taliban.

Schiiten stellen etwa 20 Prozent der mehr als 185 Millionen Pakistaner. Die Minderheit begeht derzeit den Trauermonat Muharram, der am Sonntag mit dem Trauerfest Aschura endet. Sunnitische Extremisten wie die Taliban greifen immer wieder Schiiten an.

Handynetz zur Sicherheit abgestellt

In Erwartung von Anschlägen ließ die pakistanische Regierung in mehreren Städten stundenweise das Mobilfunknetz abstellen, damit Terroristen ihre Angriffe nicht koordinieren können. Die Entscheidung von Innenminister Rehman Malik, während des Monats Muharram auch keine Motorräder in Teilen von Karatschi zuzulassen, da Terroristen sie meist als Transportmittel nutzten, stieß in der Bevölkerung auf massive Kritik - das Motorrad ist schließlich wichtigstes Transportmittel für viele Menschen.

Am Donnerstag findet in der Hauptstadt Islamabad, die an Rawalpindi grenzt, ein Gipfeltreffen der sogenannten Developing-Eight-Staaten zu Wirtschaftsthemen statt. In der D-8-Gruppe hatten sich 1997 acht damalige Entwicklungsländer zusammengeschlossen. Dem Bündnis gehören Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Malaysia, Nigeria, Pakistan und die Türkei an.

Neben dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi wollen auch sein iranischer Amtskollege Mahmud Ahmadinedschad und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan teilnehmen. Wegen der angespannten Sicherheitslage ist Pakistan selten Gastgeber internationaler Treffen.

wit/kaz/AP/AFP/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
trallala34 22.11.2012
1. traurig
dass hier im SPON Forum noch immer so viele Menschen Verständnis für Islam-Terroristen haben und diese für Freiheitskämpfer halten. (Vielleicht nicht in Pakistan, aber in Afghanistan, Syrien, Libyen, Irak ...)
Zavi85 22.11.2012
2. ...
Zitat von trallala34dass hier im SPON Forum noch immer so viele Menschen Verständnis für Islam-Terroristen haben und diese für Freiheitskämpfer halten. (Vielleicht nicht in Pakistan, aber in Afghanistan, Syrien, Libyen, Irak ...)
Werden die Rebellen aus Libyen und Syrien jetzt wieder auf eine Stufe mit Terroristen gestellt?
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