Schusswechsel in Kaschmir: Pakistan wirft Indien Angriff auf Militärposten vor

Ein Schusswechsel im Grenzgebiet belastet die Beziehungen der verfeindeten Länder Indien und Pakistan: Indische Streitkräfte sollen beim Angriff auf einen pakistanischen Militärposten in Kaschmir einen Soldaten getötet haben, ein weiterer Mann soll schwer verwundet worden sein.

Indische Grenzsoldaten in Kaschmir (Archivbild): "Mit Schüssen geantwortet"Zur Großansicht
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Indische Grenzsoldaten in Kaschmir (Archivbild): "Mit Schüssen geantwortet"

Islamabad - Pakistan hat Indien einen Angriff in der umstrittenen Kaschmir-Region vorgeworfen. Dabei seien ein pakistanischer Soldat getötet und ein weiterer schwer verletzt worden, teilte die pakistanische Armee mit. Indische Soldaten hätten demnach die Kontrolllinie im Bereich Haji Pir, die de facto die Grenze in dem Gebiet darstellt, passiert und den Militärposten Sawan Patra auf der pakistanischen Seite angegriffen.

"Pakistans Armee hat auf den Angriff effektiv und erfolgreich reagiert", hieß es in der Erklärung weiter. Ein pakistanischer Soldat sei "den Märtyrertod gestorben, während ein weiterer lebensgefährlich verletzt wurde". Die indischen Soldaten hätten sich zurückgezogen. Der Schusswechsel mit den Angreifern dauere an.

Indien wies die Anschuldigungen zurück. Die Truppen des Landes hätten die Kontrollinie nicht überschritten, sagte ein Armeesprecher. "Im Gegenteil, es gab eine Verletzung des Waffenstillstands durch Pakistan. Darauf haben unsere Truppen mit Schüssen geantwortet." Ein weiterer Armeesprecher sagte, sein Militärposten sei stundenlang unter schweren Mörserbeschuss und Maschinengewehrfeuer durch die pakistanische Seite geraten - ohne dass Provokationen von Indien vorausgegangen wären. "Deshalb haben wir zurückgeschlagen."

Die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Himalaja-Region Kaschmir wird sowohl von Pakistan als auch von Indien vollständig beansprucht. Seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 führten die beiden Nachbarstaaten bereits drei Kriege um das Gebiet. Nach den Anschlägen von Mumbai im November 2008 mit 166 Todesopfern wurden die Friedensgespräche zwischen Islamabad und Neu-Delhi auf Eis gelegt, erst im Februar vergangenen Jahres wurden sie wiederaufgenommen.

Im November 2003 hatten Pakistan und Indien einen Waffenstillstand für die Kaschmir-Region geschlossen. Er wird weitgehend eingehalten, von beiden Seiten gibt es aber hin und wieder Verstöße.

wit/AFP/AP/Reuters

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Pakistan entstand 1947 aus den überwiegend muslimischen Teilen von Britisch-Indien. Zunächst bestand es aus den beiden Landesteilen West- und Ostpakistan, zwischen denen mehr als 1500 Kilometer Entfernung lagen. Beiden Teilen mangelte es jedoch an einer gemeinsamen nationalen Identität. Nach einem Krieg, bei dem Indien dem Osten half, entstand 1971 als neuer Staat Bangladesch .

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