Palästina Arafat gesteht Korruption ein

Das Volk murrt und ist auf die Straße gegangen, um gegen Palästinenserpräsident Jassir Arafat zu demonstrieren. Dieser hat nun öffentlich Fehler eingestanden: Arafat gab Fälle von Korruption innerhalb der Autonomiebehörde zu.


Jassir Arafat: "Es gab falsche Praktiken"
AFP

Jassir Arafat: "Es gab falsche Praktiken"

Ramallah - Mit diesem ungewöhnlichen Eingeständnis reagierte Arafat auf zunehmende Kritik an seiner Amtsführung. In den vergangenen Monaten ist der öffentliche Druck auf ihn gewachsen, die Autonomiebehörde zu reformieren und Machtbefugnisse abzugeben.

"Es gab falsche Praktiken in einigen Institutionen, und einige haben ihre Positionen missbraucht", sagte Arafat in einer vom Fernsehen übertragenen Rede. "Es gab kein ausreichendes Bestreben, die Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz zu stärken", ergänzte er.

"Aber wir haben Maßnahmen eingeleitet, um dies zu lösen", kündigte Arafat Korrekturen an. Er machte jedoch keine konkreten Zusagen. Seit einigen Wochen hatte sich palästinensische Kritik am Führungsstil des Präsidenten verschärft. Mehrere seiner Mitarbeiter wurden der Korruption beschuldigt. Es kam zu gewalttätigen Demonstrationen.



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