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Palästinenser: Fatah schlägt gegen Hamas zurück

Der Bruderkampf flammt wieder auf: Sicherheitskräfte des PLO-Präsidenten Abbas haben im Westjordanland mehr als 30 Mitglieder der Hamas festgenommen. Die radikalislamistische Hamas hatte zuvor nach einer Serie von Bombenanschlägen etwa 160 Mitglieder der Fatah im Gaza-Streifen festgenommen.

Ramallah/Gaza-Stadt - Die Fatah und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schlagen zurück. Mehr als 30 Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Bewegung sind an diesem Sonntag von Sicherheitskräften des Präsidenten im von der Fatah beherrschten Westjordanland festgenommen worden. Darunter sollen nach Angaben der Hamas mehrere ihrer ranghohen Mitglieder sowie Journalisten sein.

Bombenanschlag im Gaza-Streifen: Inner-palästinensische Auseinandersetzung
REUTERS

Bombenanschlag im Gaza-Streifen: Inner-palästinensische Auseinandersetzung

Nach Darstellung der Radikalislamisten sollen ihre Anhänger in den Städten Hebron, Tulkarem und Kalkulia festgenommen worden sein. Abbas und seine Sicherheitskräfte seien verantwortlich für die Sicherheit der Festgenommenen, hieß es in einer Hamas-Stellungnahme.

Am Vortag war die Hamas massiv gegen die rivalisierende Fatah-Bewegung Abbas' vorgegangen. Am Samstag nahmen Hamas-Sicherheitskräfte laut Angaben des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte mehr als 160 Fatah-Anhänger fest - die Fatah selbst sprach von etwa 200 Festnahmen.

Dem war ein Anschlag in dem von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen vorangegangen: Die Hamas wirft der Fatah vor, hinter dem Bombenanschlag auf ein geparktes Auto an einer Kreuzung außerhalb Gazas zu stehen. Dabei waren am Freitagabend sechs Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Mädchen und drei Hamas-Kämpfer. Bei der Beerdigung der sechs Toten am Samstag riefen Mitglieder der Islamistengruppe zur Rache auf. Die Fatah-Bewegung hat die Verantwortung für den Anschlag zurückgewiesen.

Es ist eine der härtesten Auseinandersetzungen zwischen den beiden palästinensischen Gruppen, seitdem die Hamas vor einem Jahr gewaltsam die Kontrolle im Gaza-Streifen übernommen hat.

Abbas, der sich gegenwärtig zu politischen Gesprächen in Kairo aufhält, sagte, dass er mit Ägyptens Präsident Hosni Mubarak übereinstimmt, einen inter-palästinensischen Dialog abzuhalten. In wenigen Tagen soll Ägypten die Einladung aussprechen.

Bereits in der Vergangenheit vermittelte Ägypten zwischen Israel und der Hamas und konnte im vergangenen Monat eine Waffenruhe im Gaza-Streifen vermitteln. Die Feuerpause gilt allerdings nicht für das Westjordanland.

Am Sonntag töteten dort in Hebron israelische Truppen den militanten Hamas-Aktivisten Shihab al-Natsheh. Einwohner berichteten, die Soldaten hätten auf das Haus gefeuert, in dem sich Natsheh und andere bewaffnete Männer versteckt hielten. Zuvor hatten diese sich geweigert, sich zu ergeben und stattdessen das Feuer eröffnet. Die Israelis sollen Natsheh gesucht haben, weil er hinter einer Selbstmordattacke in der Stadt Dimona im Februar gesteckt haben soll. Dabei starb damals eine israelische Frau.

sef/dpa/AP/Reuters

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