Antisemitische Rede Kuwait blockiert Uno-Stellungnahme zu Abbas

"Widerwärtig" und "inakzeptabel": Mit deutlichen Worten sollte der Uno-Sicherheitsrat die antisemitischen Äußerungen des Palästinenserpräsidenten Abbas verurteilen. Doch Kuwait lehnte den Antrag ab.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas
DPA

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas


Mit einer Stellungnahme wollten die Vereinten Nationen die antisemitischen Äußerungen des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas als "inakzeptabel" kritisieren. Doch dazu kommt es vorerst nicht: Kuwait hat den von den USA eingebrachten Antrag am Freitag abgelehnt.

In dem Text, über den der Uno-Sicherheitsrat abstimmen ließ, hieß es, Abbas habe "widerwärtige antisemitische" Beleidigungen und "Verschwörungstheorien" verbreitet. Kuwait argumentierte, die Stellungnahme sei "einseitig". Zudem habe sich Abbas bereits entschuldigt.

Der Palästinenserpräsident hatte in einer Rede erklärt, Ursache des Hasses auf Juden in Europa über die Jahrhunderte sei nicht ihre Religion, sondern ihre Rolle im Finanzwesen- wegen "Wucher und Banken". Die Aussagen waren in Israel und zahlreichen anderen Staaten - darunter auch Deutschland- auf Empörung und scharfe Kritik gestoßen.

In einer Erklärung seines Büros verurteilte Abbas mittlerweile Antisemitismus und nannte den Holocaust "das abscheulichste Verbrechen der Geschichte". Er entschuldige sich insbesondere "bei Menschen jüdischen Glaubens", falls sie sich durch seine Erklärung beleidigt fühlten. Er wolle erneut seinen "vollen Respekt für den jüdischen Glauben wie auch alle anderen monotheistischen Religionen" bekunden.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman lehnte die Entschuldigung allerdings ab. Er nannte den Palästinenserpräsidenten einen "miesen Holocaust-Leugner". Abbas habe in seiner Doktorarbeit den Holocaust geleugnet und auch später ein Buch veröffentlicht, in dem er das getan habe. "So sollte er auch behandelt werden. Seine Entschuldigungen werden nicht angenommen."

vks/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.