Trumps Nahostpolitik Palästinenservertretung stellt Arbeit in Washington ein

Die diplomatische Vertretung der Palästinenser ist nicht mehr in der US-Hauptstadt aktiv. Der bisherige Leiter übt Kritik an der Regierung von Donald Trump. Washington hatte die Schließung forciert.

PLO-Vertretung in Washington
REUTERS

PLO-Vertretung in Washington


Auf Druck der USA hat die diplomatische Vertretung der Palästinenser in Washington ihre Arbeit eingestellt. Das Vorgehen der US-Regierung sei "bedauerlich und rachsüchtig", erklärte Husam Zomlot, der bisherige Leiter der Vertretung, auf Facebook.

Das US-Außenministerium hatte die Schließung am Montag damit begründet, die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) habe keine Schritte unternommen, um "direkte und bedeutsame Verhandlungen mit Israel zu beginnen".

Bereits zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine Reihe von Entscheidungen getroffen, mit denen er sich klar auf die Seite Israels gestellt hatte. So hatte er - trotz internationalen Protests - im Mai die amerikanische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Außerdem stoppte Washington die Millionenhilfen an die Palästinenser, um sie zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Zomlot erklärte nun, die Trump-Regierung habe den Palästinensern nur zwei Möglichkeiten gelassen: Entweder den Verlust der Beziehungen zu den USA oder den Verlust "unserer Rechte als eine Nation". Die Palästinenser hätten sich für ihre Rechte entschieden. Allerdings seien die Palästinenser "extrem betrübt über den gegenwärtigen Stand der Dinge". An die "Abermillionen" von Amerikanern gerichtet, die Freunde der Palästinenser seien, äußerte er die Hoffnung, dass es "bald" eine Rückkehr zu den "historischen Beziehungen" geben werde.

Wegen der Verlegung der US-Botschaft in Israel hatte Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas bereits im Dezember die offiziellen Kontakte zu Washington eingefroren. US-Außenamtssprecherin Heather Nauert hatte die Schließung der PLO-Vertretung als Konsequenz aus der palästinensischen Weigerung bezeichnet, mit der US-Regierung in ihren Friedensbemühungen zusammenzuarbeiten. Auch habe die PLO-Führung einen bislang noch gar nicht unterbreiteten US-Friedensplan bereits vorab verurteilt.

mho/AFP



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