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Palmyra in Syrien: Regimetruppen erobern laut Berichten mehrere Stadtteile

Grabtürme von Palmyra Zur Großansicht
REUTERS

Grabtürme von Palmyra

Die syrische Armee soll Berichten zufolge mehrere Stadtteile von Palmyra zurückerobert haben. Auch ein strategisch wichtiger Ort nahe der historischen Oasenstadt ist demnach nicht mehr unter Kontrolle des IS.

Bei ihrer Offensive zur Rückeroberung der Stadt Palmyra kommen syrische Regierungstruppen Berichten zufolge weiter voran. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldeten, das Militär habe mindestens drei Bezirke im Westen und Norden der historischen Oasenstadt eingenommen. Demnach sollen die Soldaten nun gut ein Drittel Palmyras zurückerobert haben.

Zuvor hatten die Regierungstruppen demnach eine Gegenoffensive der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückgeschlagen. IS-Kämpfer hatten die Regierungseinheiten laut Aktivisten zwischenzeitlich an den Stadtrand zurückgedrängt. Die Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte lassen sich kaum unabhängig überprüfen. In der Vergangenheit hatten sich die Berichte der Aktivisten jedoch immer wieder als wahr erwiesen.

Das syrische Staatsfernsehen zeigte am Samstag Bilder, auf denen mehrere Explosionen und aufsteigender Rauch zu sehen sind. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von schweren Kämpfen, an denen auch russische Kräfte beteiligt gewesen seien. Russland hatte die Offensive der Armee in den vergangenen Tagen mit zahlreichen Angriffen aus der Luft unterstützt. Laut Staatsfernsehen nahmen Regierungstruppen am Samstag auch einen strategisch wichtigen Ort nördlich von Palmyra ein.

Palmyra wird seit Mai 2015 von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) besetzt. Vor zwei Wochen hatte die Armee mit einer Offensive zur Rückeroberung der Oasenstadt begonnen. Am Freitag meldete das Staats-TV die Rückeroberung der Zitadelle von Palmyra.

Palmyra gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Stadt war wegen ihrer gut erhaltenen antiken Ruinen weltbekannt. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 erobert. Danach sprengten die Dschihadisten den 2000 Jahre alten Baal-Tempel, den Baal-Schamin-Tempel sowie mehrere einzigartige Turmgräber, den Triumphbogen und einen Teil der berühmten Säulenstraße.

brk/AFP/dpa

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