Syrien Regimetruppen rücken laut Staats-TV weiter auf Palmyra vor

Die Armee der syrischen Regierung hat offenbar die Zitadelle von Palmyra zurückerobert. Das berichtet das Staatsfernsehen. Russische Kampfjets unterstützen die Operation.

Zitadelle in Palmyra
AP

Zitadelle in Palmyra


Im Kampf um die Rückeroberung der historischen Oasenstadt Palmyra rücken die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad offenbar weiter vor. Nach Angaben des Staatsfernsehens kontrolliert die Armee wieder die Zitadelle am Rand der Stadt.

Palmyra wird seit Mai 2015 von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) besetzt. Vor zwei Wochen hatte die Armee mit einer Offensive zur Rückeroberung der Oasenstadt begonnen. Bei ihrem Vormarsch profitierten die Soldaten offenbar von der massiven Hilfe durch russische Luftangriffe.

Bei mehr als 40 Einsätzen hätten Kampfjets in den vergangenen Tagen rund 150 Stützpunkte des IS zerstört, sagte der russische Generalleutnant Sergej Kuralenko der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Darunter seien Munitionsdepots gewesen, aber auch schwere Waffen wie Artillerie und Panzer. Kuralenko zufolge attackierte Russland nicht jene Teile der Opposition, die sich der Feuerpause angeschlossen haben.

Am Freitag hatte das syrische Staats-TV berichtet, die Soldaten seien in die Stadt vorgedrungen. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass sich Armee und Verbündete am südwestlichen Stadtrand von Palmyra Gefechte mit IS-Kämpfern lieferten. Der IS habe außerdem die etwa 15.000 verbliebenen Bewohner der Stadt zur Flucht aufgefordert. Die Angaben der Aktivisten und des Staatsfernsehens lassen sich allerdings kaum unabhängig überprüfen.

Palmyra gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Stadt war wegen ihrer gut erhaltenen antiken Ruinen weltbekannt. Der IS hatte die Stadt im Mai 2015 erobert. Danach sprengten die Dschihadisten den 2000 Jahre alten Baal-Tempel, den Baal-Schamin-Tempel sowie mehrere einzigartige Turmgräber, den Triumphbogen und einen Teil der berühmten Säulenstraße.

brk/AFP/dpa

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