Panama Papers Cameron gibt Beteiligung an Briefkastenfirma zu

Erst ließ David Cameron mitteilen, bei den Finanzgeschäften seiner Familie gehe es um "private Angelegenheiten". Jetzt hat der britische Premier aber doch eingeräumt, an der Briefkastenfirma seines Vaters beteiligt gewesen zu sein.


Der britische Premierminister David Cameron hat eingeräumt, an der Briefkastenfirma seines verstorbenen Vaters beteiligt gewesen zu sein. Er habe Anteile im Wert von rund 30.000 Pfund, umgerechnet etwa 37.000 Euro, am Blairmore Investment Trust besessen, sagte Cameron am Donnerstag dem Fernsehsender ITV. Er habe die 5000 Anteile aber im Januar 2010 verkauft.

Der Name von Camerons Vaters war in den Panama Papers aufgetaucht, demnach soll er mit seinem Investmentfonds über Jahrzehnte Steuerzahlungen umschifft haben.

Cameron betonte, dass er und seine Frau bei der Steuererklärung alle jährlichen Ausschüttungen angegeben und die fällige Einkommenssteuer gezahlt habe. Er habe seine Anteile im Januar 2010 verkauft.

Vor zwei Tagen hatte der britische Premier noch dementiert, von Offshoregeldern profitiert zu haben. Über sein Büro ließ er mitteilen, dass es sich bei den Finanzgeschäften seiner Familie um eine "private Angelegenheit" handele. "Damit das klar ist - der Premierminister, seine Frau und ihre Kinder profitieren nicht von irgendwelchen Briefkastenfirmen", hieß es am Dienstag.

Ein weltweites Netzwerk von Journalisten hatte in den vergangenen Monaten einen umfangreichen Datensatz über Briefkastenfirmen ausgewertet, die demnach über die in Panama-Stadt ansässige Finanzkanzlei Mossack Fonseca laufen.

Neben Cameron gerieten unter anderem auch Islands Regierungschef Sigmundur Davíð Gunnlaugsson und Argentiniens Präsident Mauricio Macri unter Druck. Gunnlaugsson trat inzwischen zurück, gegen Macri wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

kry/AFP

insgesamt 120 Beiträge
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pecos 07.04.2016
1. Was machen die Camerons ...
... in Panama? Trauen sie ihren eigenen "Steuersparmodellen" Virgin Islands, Gibraltar, Isle of Man etc. nicht? Das wär doch mal eine investigative Aufgabe
Kritik 07.04.2016
2.
Es vergeht kein Tag, an dem mich die so genannten "Eliten" nicht überraschen
killing joke 07.04.2016
3. Naja
Der Herr ist ja aber auch ein Staatsoberhaupt der freien westlichen Welt und Lieblingsnachtwächter des Finanzkapitals. Das kann man nicht mit gleichem Maß messen, wie die Verstrickungen des bluttriefenden Dikators Putin...
Bueckstueck 07.04.2016
4. Und jetzt bitte mal die Mauler hier...
... nochmal behaupten, es wäre die grosse Westen-Verschwörung gegen den Russen und den Chinesen. War schon die ganze Woche lächerlich und ist es jetzt umso mehr.
TS_Alien 07.04.2016
5.
Eine Briefkastenfirma verwendet niemand, der keinen Vorteil daraus ziehen möchte. Die Vorteile von Briefkastenfirmen sind bekannt, z.B. die Verschleierung von Vermögensbeteiligungen und -verhältnissen, das Waschen von Geld oder das "Sparen" von Steuern. Mindestens einen dieser Vorteile möchte jeder Verwender einer Briefkastenfirma nutzen. Da werden die Staatsanwaltschaften, Ermittler und Steuerbehörden in vielen Ländern viel zu tun bekommen. Dumm nur, wenn gerade in diesen Bereichen zu wenig Personal vorhanden ist. Dafür sind die Politiker verantwortlich. Und so schließt sich der Kreis.
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