Washington - Mit den US-Drohnen ist das derzeit so eine Sache. Eigentlich sollen sie still und heimlich durch die Lüfte schweben. Aber still und heimlich ist gerade gar nichts rund um die amerikanischen Spähvögel. Kürzlich fing ausgerechnet Iran einen der ferngesteuerten Flieger ab und präsentierte ihn stolz im Staatsfernsehen. Jetzt hat Washington schon wieder eine Panne zu beklagen.
Eine US-Aufklärungsdrohne des Typs MQ-9 ist am Dienstag auf dem internationalen Flughafen von Mahé, der Hauptinsel der Seychellen, abgestürzt. Die Drohne sei nicht bewaffnet gewesen und es habe keine Opfer gegeben, teilte die für den Inselstaat im Indischen Ozean zuständige US-Botschaft in Mauritius mit. Demnach konnte der Flughafen seinen normalen Betrieb fortsetzen, nachdem die Trümmer vom Rollfeld beseitigt worden waren.
Nach Angaben eines Botschaftsmitarbeiters war die Drohne von einer Mission "außerhalb der Seychellen" zurückgekommen und sollte auf dem Flughafen landen. Nähere Angaben über die Mission wurden nicht gemacht. Drohnen vom Typ MQ-9 werden zur Überwachung und in Gefechten eingesetzt. Seit Ende 2009 werden sie von den Seychellen aus genutzt, um somalische Piraten im Indischen Ozean auszuspähen. Beim Start des Programms wurde festgelegt, dass die Drohnen unbewaffnet sind.
Immerhin: Weg ist die Drohne in diesem Fall nicht. Nur kaputt. Das andere, in Iran abgefangene Exemplar müssen die Amerikaner wohl abschreiben. Eine Rückgabe, wie sie US-Präsident Barack Obama gefordert hatte, komme nicht in Frage, stellte der iranische Verteidigungsminister General Ahmad Wahidi nochmals klar. Laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr forderte er zudem, die USA sollten sich dafür entschuldigen, in den iranischen Luftraum eingedrungen zu sein, statt die Drohne zurückzufordern.
vme/AFP/dapd
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