Asienreise des Papstes Bangladesch verhindert Besuch im Rohingya-Camp

Eigentlich wollte Papst Franziskus bei seiner Asienreise auch ein Flüchtlingslager der Rohingya besuchen. Doch die Regierung in Bangladesch lehnte das ab.

Papst Franziskus in Dhaka, Bangladesch
DPA

Papst Franziskus in Dhaka, Bangladesch


Papst Franziskus besucht wegen Bedenken der Regierung in Bangladesch keine Rohingya-Flüchtlingslager. Das sagte der Erzbischof des Landes Moses Costa am Rande einer Messe des Papstes in der Haupststadt Dhaka.

Franziskus habe Interesse an einem solchen Besuch während seiner Reise nach Bangladesch gezeigt. "Aber unsere Regierung wollte das aus Sicherheitsgründen nicht." Costa ist Erzbischof von Chittagong, wo auch das Flüchtlingsgebiet der Rohingya liegt.

Auch politische Gründe sprachen ihm zufolge gegen den Besuch eines Rohingya-Lagers. Es hätte Probleme zwischen Bangladesch und Burma bringen können, sagte Costa.

Franziskus steht in der Kritik, weil er in Burma, der ersten Station seiner Asienreise, den Konflikt nicht direkt angesprochen und die Rohingya nicht beim Namen genannt hatte. Am Freitag sollten bei einem interreligiösen Treffen 18 Rohingya dabei sein.

Der seit Jahren andauernde Konflikt um die Rohingya, die im buddhistischen Burma systematisch unterdrückt werden, war Ende August eskaliert. Seither wurden durch das Militär Hunderte Rohingya getötet, rund 620.000 Rohingya flüchteten nach Bangladesch.

cte/dpa/AFP



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