Papua-Neuguinea: Staatsstreich gegen Regierungschef gescheitert

Der Staatsstreich von einer kleinen Gruppe aufständischer Militärs in Papua-Neuguinea ist missglückt. Hintergrund des Umsturzversuchs war ein lang schwelender Streit um das Amt des Ministerpräsidenten. Jetzt sollen die Neuwahlen vorgezogen werden.

Der Ministerpräsident Papua-Neuguineas O'Neill: Krise beendet Zur Großansicht
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Der Ministerpräsident Papua-Neuguineas O'Neill: Krise beendet

Port Moresby - Der Umsturzversuch einer Gruppe von aufständischen Soldaten in Papua-Neuguinea ist gescheitert. Der amtierende Regierungschef Peter O'Neill erklärte die politische Krise für beendet, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der Anführer der Meuterer, der ehemalige Oberst Yuara Sasa, habe außerdem um Straferlass für sich und seine Anhänger gebeten. 15 Offiziere waren nach dem Umsturzversuch inhaftiert worden.

Sasa hatte sich am Donnerstag zum Anführer der Streitkräfte erklärt und den bisherigen Militärchef zeitweise unter Hausarrest gestellt. Hintergrund des Aufstandes war ein lang schwelender Streit um das Amt des Ministerpräsidenten des Inselstaates: Sasa forderte auf einer Pressekonferenz die Wiedereinsetzung des entlassenen Regierungschefs Michael Somare. Binnen sieben Tagen müsse das Parlament Somare wieder zum Ministerpräsidenten machen.

Der 75-jährige Somare war während eines mehrmonatigen krankheitsbedingten Auslandsaufenthalts im vergangenen Jahr für abgesetzt erklärt worden. Das Parlament wählte daraufhin den 46-jährigen Peter O'Neill zu seinem Nachfolger. Nach Somares Rückkehr bestätigte der Oberste Gerichtshof des Pazifikstaats Somare als rechtmäßigen Ministerpräsidenten. Der Generalgouverneur, Stellvertreter des offiziellen Staatsoberhaupts Queen Elizabeth II., widerrief jedoch die Entscheidung.

Die Lage im Land ist nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP weiter unübersichtlich. Die nationale Fluglinie Air Niugini setzte einen Teil der Inlandsverbindungen auf unbestimmte Zeit aus.

Die australische Premierministerin Julia Gillard forderte eine "friedliche Lösung". Die Armee dürfe sich nicht in die Politik einmischen, verlangte Gillard. O'Neill erklärte sich bereit, die für Juni geplanten Neuwahlen vorzuziehen. Australien hatte den seit 1975 unabhängigen Ozeanstaat jahrzehntelang verwaltet.

vks/AFP/dapd

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