Paradise Papers Nelson Mandela soll Geld an Margot Honecker überwiesen haben

Nelson Mandela und Margot Honecker - was sollen diese beiden gemeinsam haben? Einem Bericht zufolge ließ der südafrikanische Präsident Geld auf das Konto der Witwe von Erich Honecker überweisen. Warum?

Nelson Mandela 2009 in Südafrika
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Nelson Mandela 2009 in Südafrika


Die Schilderungen klingen kurios, und gänzlich beweisen lassen sie sich nicht. Im Kern geht es um einen Rechtsstreit, der in den Paradise Papers auftaucht - und die Aussagen eines Anwalts, der über Jahrzehnte enger Vertrauter des inzwischen verstorbenen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela war.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge berichtet Ismael Ayob von einem Vorgang in den Neunzigerjahren. Mandela soll ihn damals angewiesen haben, Geld zu überweisen - an die damals im chilenischen Exil lebende Margot Honecker.

Mandela, Kämpfer gegen Unterdrückung, und Margot Honecker, die als "Ministerin für Volksbildung" Familien die Kinder auseinanderreißen ließ - wie passt das zusammen?

Mandela habe Mitleid mit ihr gehabt, sagt Ismael Ayob der "Süddeutschen Zeitung." Denn Margot Honecker sei allein in Chile gestrandet, ohne Ehemann, ohne Geld, ohne Pension. An den Fall erinnere er sich noch gut, weil es so eine ungewöhnliche Bitte gewesen sei. Demnach händigte Mandela ihm selbst die Bankverbindung von Honecker aus.

Die Geschichte wurde laut dem Blatt nun erst publik, weil sich in den Paradise Papers Unterlagen finden lassen, die einen Rechtsstreit zwischen Ayob und den Erben Mandelas dokumentieren. Demnach stritten die Parteien um ein Bankkonto mit Millionenguthaben und einen Trust auf der Isle of Man, einer Steueroase.

Die Paradise Papers hatten jüngst für Schlagzeilen gesorgt: Unter diesem Schlagwort veröffentlicht das Netzwerk investigativer Journalisten (ICIJ) neue Recherchen zur Steuervermeidung. Sie beruhen den Angaben zufolge auf 13,4 Millionen Dokumenten aus Steuerparadiesen. An den Recherchen waren unter anderem die "New York Times", die BBC, der "Guardian" und "Le Monde" beteiligt. Von deutscher Seite gehören "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR zu dem Netzwerk.

Ob es am Ende wirklich zu der Überweisung an Honecker kam, lässt sich aber nicht beweisen. Dazu gibt es keine Dokumente.

mho/vks

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