Presidente Hayes - Der Ex-General soll nach einem Wahlkampftreffen in Concepción mit seinem Hubschrauber nahe der Stadt Presidente Hayes in ein schweres Gewitter geraten sein. Rettungsmannschaften fanden die Überreste der Maschine auf dem Landgut La Mocha über rund hundert Meter verstreut, berichtete die Zeitung "ABC Color". Das Flugzeug vom Typ Robinson 44 sei vermutlich nach dem Aufprall explodiert.
Der Ex-General war eine der umstrittensten Figuren in der Politik Paraguays: Ein Freiheitskämpfer einerseits, aber auch ein radikaler Nationalist. Oviedo hatte eine entscheidende Rolle 1989 beim Staatsstreich gegen Diktator Alfredo Stroessner gespielt. Er gehörte zu den Offizieren, die Stroessner vor 24 Jahren festnahmen und wurde so eine Schlüsselfigur auf dem Weg des südamerikanischen Landes zur Demokratie. "Er war einer der Menschen, die uns die Freiheit gebracht haben", erklärte Staatschef Franco am Sonntag.
Der Pressesprecher von Oviedos Partei Unace, César Durant, vermutete eine Anschlag. "Es handelt sich um einen politischen Mord. Oviedo hätte niemals einen Flug inmitten eines Gewitters gestartet", sagte er dem Rundfunksender Radio Cardinal. Zeugenberichte lassen aber auf einen Unfall, vielleicht sogar auf eine Mitschuld Oviedos schließen: Der Zeitung "ABC Color" berichteten mehrere Menschen, Oviedo habe den Piloten energisch aufgefordert, den Flug nach Asunción zu unternehmen, obwohl dieser auf die Gewittergefahr hingewiesen und zudem eingewendet habe, dass die Maschine nicht für Nachtflüge zugelassen sei. Innenminister Carmelo Caballero kündigte eine Untersuchung des Unfalls unter Beteiligung internationaler Experten an.
Oviedo war Heereskommandeur bis 1996, als er wegen seiner mutmaßlichen Verbindung zu einem gescheiterten Putsch gegen den damaligen demokratisch gewählten Präsidenten Juan Carlos Wasmosy abgesetzt wurde. Oviedo wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, konnte jedoch ins Ausland fliehen. Auch an der Ermordung von Vizepräsident José María Argaña im März 1999 soll Oviedo beteiligt gewesen sein. Erst 2004 kehrte er freiwillig aus Brasilien nach Paraguay zurück und trat seine Haftstrafe an. Drei Jahre später wurde er freigelassen.
Die Auswirkungen von Oviedos Tod auf die Präsidentschaftswahl in Paraguay Mitte April dürften eher begrenzt sein. Oviedo hatte viel von der Popularität, die er direkt nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis noch genoss, eingebüßt. Bei der Wahl 2008 war Oviedo mit 21,8 Prozent der Stimmen noch auf dem dritten Platz gelandet, jetzt sahen ihn Umfragen nur noch bei rund sieben Prozent.
ade/dpa
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