Abaaouds Attentatspläne Richter hegten schon im Juli Verdacht

Er kritzelte IS-Huldigungen an seine Wohnungstür, später beschaffte Abdelhamid Abaaoud der Terrormiliz Geld: Eine Gerichtsakte vom Juli, die dem SPIEGEL vorliegt, zeigt die Radikalisierung des mutmaßlichen Drahtziehers der Paris-Anschläge.

Abdelhamid Abaaoud: IS-Huldigungen an der Wohnungstür
REUTERS/ Islamistische Propaganda-Website

Abdelhamid Abaaoud: IS-Huldigungen an der Wohnungstür


Er handelte wie der "Chef einer Terroristengruppe": Das stellten Richter nach Informationen des SPIEGEL über Abdelhamid Abaaoud, den mutmaßlichen Drahtzieher der Terrorwelle von Paris, bei seiner Verurteilung im Juli 2015 fest. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 49/2015
Wie der "IS" seinen Krieg nach Europa trägt

Damals wurde Abaaoud wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und wegen der Entführung seines minderjährigen Bruders in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Eine Gerichtsakte, die dem SPIEGEL vorliegt, zeichnet die Radikalisierung von Abaaoud nach, der am 18. November während einer Razzia im Pariser Vorort Saint-Denis getötet wurde:

  • In seiner Wohnung an der Hauptstraße des Brüsseler Stadtteils Molenbeek wurden im Januar 2014 ein Dolch, Pfefferspray, Einbruchswerkzeug und geklaute Nummernschilder gefunden.

  • Das Gericht kam auch zu dem Schluss, dass Abaaoud in Belgien "wahrscheinlich" kriminelle Taten begangen hatte, um Geld für den Dschihad in Syrien einzutreiben.

  • In der Urteilsschrift heißt es weiterhin, dass "einige Elemente Anlass zu dem Verdacht geben, dass er, von nah oder fern, einer Zelle angehört, die sich darauf vorbereitet, ein Attentat oder Attentate in Belgien zu begehen".

Die mutmaßlichen Attentäter von Paris, Abaaoud und Salah Abdeslam, kannten sich seit mehreren Jahren. Nach SPIEGEL-Informationen hatten sie zeitweise eine gemeinsame kriminelle Laufbahn und versuchten im Jahr 2010, im Raum Brüssel in eine Autowerkstatt einzubrechen.

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