Paris Deutsche bei Anschlag auf Champs-Élysées verletzt

Der Anschlag in Paris richtete sich gegen Polizisten - doch auch eine Passantin wurde verletzt. Das Auswärtige Amt teilt nun mit: Die Frau kommt aus Deutschland. Sie war zufällig am Tatort.

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Unter den Verletzten des Anschlags auf Polizisten in Paris ist auch eine Deutsche. Nach Angaben des Auswärtigen Amts hielt sich die deutsche Staatsangehörige zufällig am Tatort auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées auf, als der Angreifer das Feuer auf die Beamten eröffnete.

Ihr Gesundheitszustand sei stabil, teilte der Sprecher mit. Die Frau sei nicht lebensbedrohlich verletzt worden, habe aber ernste Verletzungen davongetragen. Außer der Deutschen wurden nach Angaben der französischen Behörden zwei Polizisten verletzt, ein Beamter starb.

Am Donnerstagabend hatte gegen 21 Uhr auf den Champs-Élysées ein Auto neben einem Mannschaftswagen der Polizei gehalten. Mindestens ein Attentäter eröffnete mit einem Sturmgewehr das Feuer auf die Beamte und verletzte drei Menschen - einer von ihnen starb offenbar unmittelbar an den Folgen. Der Angreifer wurde erschossen, teilte die Polizei mit. (Hier lesen Sie einen Überblick der Ereignisse in Paris.)

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Schießerei in Paris: Hollande spricht von Terror

Bei dem getöteten Angreifer soll es sich um einen 39 Jahre alten Franzosen handeln. Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Mannes im Osten von Paris. Der Täter war den Behörden offenbar bekannt und als Gefährder eingestuft worden. Im Februar 2005 war er wegen versuchter Tötung von drei Menschen, darunter zwei Polizeibeamte, zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Auf dem Mitteilungsdienst Telegram hatte er zuvor geschrieben, er wolle Polizisten töten, berichtete der Nachrichtensender BFMTV am Abend.

Ob der Mann Komplizen hatte oder alleine handelte, ist nicht klar. Die französische Polizei suchte am Freitag nach einem zweiten Verdächtigen. Seine Rolle in dem Anschlag ist aber offen. Die Polizei befragte zudem die Familie des mutmaßlichen Angreifers.

Präsident François Hollande sagte nach einer Krisensitzung im Élysée-Palast, die Regierung sei überzeugt davon, dass der Angriff einen terroristischen Hintergrund habe. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich.

Die Bundesregierung verurteile die Tat aufs Schärfste, sagte der Sprecher. Deutschland stehe in schwierigen Zeiten an der Seite seines Freundes Frankreichs. Eine Sprecherin der Bundesregierung sagte, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe noch am Donnerstag mit Präsident François Hollande telefoniert und ihm kondoliert. Auch Innenminister Thomas de Maizière zeigte sich bestürzt. "Was in Frankreich gestern geschehen ist, und womöglich nicht zufällig vor der Präsidentschaftswahl, erfüllt uns mit Trauer und Abscheu."

brk/dpa/Reuters

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