Paris Hollande nennt Louvre-Angriff Terroranschlag

Die Identität des Angreifers vom Pariser Louvre ist noch unbekannt. Doch für Präsident François Hollande gibt es keinen Zweifel, dass es sich um einen Terroranschlag handelt.

Polizei vor Louvre in Paris
AP

Polizei vor Louvre in Paris


Die vereitelte Attacke nahe des Louvre in Paris fällt mitten in den französischen Präsidentschaftswahlkampf. Und sie weckt Erinnerungen an die Terrorangriffe der vergangenen Jahre.

Ein mutmaßlicher Islamist hatte nahe dem berühmten Pariser Louvre-Museum patrouillierende Soldaten mit einer Machete angegriffen. Er verletzte einen Soldaten und wurde dann durch Schüsse selbst schwer verletzt, wie der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot sagte.

Präsident François Hollande sagte, es gebe keinen Zweifel, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe. Die Soldaten, die auf den Angreifer schossen, hätten Mut und Entschlossenheit gezeigt.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen und ermittelt unter anderem wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Unterfangen.

Die Ermittler vermuten, dass der Angreifer sich bei seiner Einreise als Ägypter ausgegeben hat. Er stehe im Verdacht, mit einem Flug aus Dubai nach Frankreich gekommen zu sein und sich in seinem Visumsantrag als 29-jähriger Ägypter ausgegeben zu haben, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Es liefen noch Untersuchungen, um die Identität des Mannes zweifelsfrei zu klären.

Frankreich war in den vergangenen zwei Jahren mehrfach Ziel islamistischer Terroranschläge, bei denen insgesamt 238 Menschen getötet wurden. Im Land gilt der Ausnahmezustand.

Die Attacke ereignete sich gegen zehn Uhr in der Einkaufsgalerie Carrousel du Louvre, in der es auch einen Zugang zum Museum gibt. Der mindestens mit einer Machete bewaffnete Angreifer rannte nach Angaben der Polizei auf vier patrouillierende Soldaten zu und schrie dabei "Allahu Akbar".

Einer der Soldaten gab fünf Schüsse auf den Angreifer ab und verletzte ihn lebensgefährlich, unter anderem am Bauch. Der Angreifer wurde in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. Ein Soldat wurde leicht am Kopf verletzt.

"Ich war an den Treppen, als ich Schüsse gehört habe", sagte eine Architektin, die im Carrousel du Louvre arbeitet. "Niemand wusste, was er machen soll, ich habe Menschen rennen sehen, alle waren in Panik."

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Frankreich: Schüsse vor dem Louvre

Der Angreifer habe auch zwei Rucksäcke bei sich gehabt, sagte Polizeipräfekt Cadot. In ihnen wurde kein Sprengstoff gefunden. Eine zweite Person wurde wegen "verdächtigen Verhaltens" festgenommen. Unklar war aber, ob diese irgendwie in den Anschlag verwickelt war.

Der Louvre wurde nach dem Angriff weiträumig abgesperrt. Rund 250 Besucher, die sich zum Zeitpunkt der Attacke in dem Museum aufhielten, mussten zunächst an einem sicheren Ort ausharren und wurden dann aus dem Museum gebracht. Der Louvre, der Jahr für Jahr Millionen von Besuchern anzieht, blieb zunächst geschlossen.

cte/dpa/AFP



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