Vier Geiseln in jüdischem Supermarkt in Paris sind offenbar tot

Bei der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris sollen vier Geiseln ums Leben gekommen sein. Unklar ist, ob sie vom Geiselnehmer oder beim Einsatz der Polizei getötet worden sind. Der Geiselnehmer wurde beim Zugriff getötet.


Paris - Die Geiselnahme in einem Supermarkt für koschere Lebensmittel im Osten von Paris ist beendet und hat offenbar fünf Menschen das Leben gekostet. Der Geiselnehmer soll beim Zugriff von französischen Spezialeinheiten der Polizei getötet worden sein. Zudem sind laut der Nachrichtenagentur Reuters weitere vier Opfer zu beklagen. Unklar ist, ob die Geiseln beim Einsatz der Polizei starben oder zuvor vom Geiselnehmer umgebracht wurden. Der Geiselnehmer galt als möglicher Komplize der beiden Attentäter von "Charlie Hebdo".

Mehrere Menschen waren beim Zugriff der Polizei aus dem jüdischen Lebensmittelladen gerannt. Gael Fabiano von der Polizeigewerkschaft Unsa berichtet der Nachrichtenagentur AP, auch zwei Polizisten seien bei der Befreiung der Geiseln im Supermarkt von Paris verletzt worden. Gesicherte Informationen über den Einsatz gibt es jedoch noch nicht.

Bei dem Terroristen handelt es sich mutmaßlich um den 32-jährigen Amedy Coulibaly, der bereits im Zusammenhang mit der Erschießung einer Polizistin am Donnerstag gesucht wird. Auch seine Partnerin wird von der Polizei gesucht. Ihre Rolle ist noch unklar.

Fast zeitgleich stürmten Eliteeinheiten eine Druckerei in dem Ort Dammartin-en-Goële nordöstlich von Paris. Dort hatten sich die beiden Hauptverdächtigen des Anschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" verschanzt. Die Brüder Chérif, 32, und Saïd Kouachi, 34, wurden bei dem Zugriff getötet. Die Geisel, die sie in ihrer Gewalt hatten, konnte befreit werden.

als/dpa/AFP/Reuters



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