Militäreinsatz in Mali: EU berät über Unterstützung für Frankreich
Frankreich will sich für die Militärintervention in Mali Unterstützung von der EU sichern: Der französische Außenminister Fabius und die EU-Außenbeauftragte Ashton haben ein Treffen der EU-Außenminister zu dem Einsatz angekündigt. Es gehe um eine "gemeinsame internationale Antwort auf die Lage".
Paris/Hamburg - Die EU-Außenminister werden noch in dieser Woche bei einer Sondersitzung in Brüssel über die Situation in Mali beraten. Dies bestätigte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Montag, ohne ein Datum zu nennen. Frankreich hatte nach Mitteilung von Außenminister Laurent Fabius um das Treffen gebeten. Frankreich wolle nicht alleine an der Seite Malis stehen.
In der Erklärung Ashtons heißt es, die Minister sollten über "die rasche Entsendung" von rund 200 EU-Militärausbildern nach Mali sprechen. Fabius hatte eine Anzahl von 400 Ausbildern ins Spiel gebracht. Ashton zufolge werde es zudem um finanzielle und logistische Unterstützung für die von der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas geplante Truppe für Mali gehen. Auch werde über direkte Unterstützung für die malische Regierung gesprochen. Die EU bemühe sich um eine "gemeinsame internationale Antwort auf die Lage".
Der französische Außenminister Fabius sagte am Montag bei einer Pressekonferenz in Paris, die Ressortchefs würden das Thema "in zwei bis drei Tagen" erörtern. Wenige Stunden vor der Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu Mali erklärte Fabius, die französische Militärintervention in dem westafrikanischen Krisenland entspreche "strikt dem Völkerrecht und den Resolutionen der Vereinten Nationen". "Die Anfrage kam aus Mali, unsere Partner sind Afrikaner und die internationale Gemeinschaft", fügte Fabius hinzu. Die Unterstützung sei "nahezu einmütig". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon habe ihn persönlich angerufen, um ihm Hilfe bei der französischen Militäraktion zuzusagen.
Nach Angaben des Auswärtigen Amts sagte auch Deutschland Unterstützung zu. In einem Telefonat mit Fabius bot Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) demnach an, "gemeinsam mit der französischen Regierung zu prüfen, wie Deutschland den französischen Einsatz, jenseits der Entsendung von Kampftruppen, politisch, logistisch, medizinisch und humanitär unterstützen könne".
Frankreich hatte am vergangenen Freitag überraschend im Alleingang eine Militäraktion mit Luftangriffen in seiner früheren Kolonie Mali gestartet. Die Zeitung "Le Monde" berichtete am Montag, die Zahl von derzeit 550 französischen Soldaten in Mali werde in Kürze auf rund 2500 gesteigert.
bos/AFP/dpa
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