Paris: Polizei entschärft Briefbombe in griechischer Botschaft

Erneut sorgt eine Briefbombe für Aufregung: Der verdächtige Umschlag kam aus Italien und war an den griechischen Botschafter in Paris adressiert. Die Polizei hat den Sprengsatz entschärft. Auch die italienische Justizministerin und der Bürgermeister von Rom erhielten Drohungen.

Polizeiwagen vor der griechischen Botschaft in Paris: Ein Sprengsatz wurde entschärft.Zur Großansicht
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Polizeiwagen vor der griechischen Botschaft in Paris: Ein Sprengsatz wurde entschärft.

Paris - Die Serie von Briefbomben an europäische Politiker und Wirtschaftsbosse reißt nicht ab. Am Montag kam ein verdächtiger Brief aus Italien in der griechischen Botschaft in Paris an. Der Umschlag sei an den Botschafter adressiert gewesen, hieß es.

Die Pariser Polizei wurde nach eigenen Angaben zur Botschaft gerufen, nachdem aus dem Umschlag Rauch entwichen war. Offenbar habe es sich um den "Beginn einer Explosion" gehandelt. Der Sprengsatz wurde durch einen Wasserstrahl neutralisiert, verletzt wurde niemand. Nach Angaben des griechischen Außenministeriums enthielt der Umschlag eine "Bombe begrenzter Sprengkraft". Er trug keinen Absender.

Ob ein Zusammenhang mit der Paketbombe besteht, die am vergangenen Freitag den Direktor eines Steuereinzugsbüros in Rom schwer verletzt hatte, blieb zunächst unklar. Für diesen Anschlag hatte die italienische linksanarchistische Gruppe FAI (Federazione Anarchica Informale) ebenso die Verantwortung übernommen wie kurz zuvor für eine rechtzeitig in Frankfurt abgefangene Briefbombe an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Die FAI hatte sich in der Vergangenheit wiederholt zu Briefbombenanschlägen auf Banken, Behörden, Botschaften und Unternehmen bekannt.

Auch in Italien kam es erneut zu Drohungen per Post: Bei Kontrollen in Postämtern in Rom wurden zwei Briefumschläge mit jeweils einem Drohbrief und zwei Patronen sichergestellt. Die Sendungen waren an die italienische Justizministerin Paola Severino und den römischen Bürgermeister Gianni Alemanno adressiert.

"Für Dich werden wir diese benutzen", hieß es in dem Schreiben an Bürgermeister Alemanno. Zu der Drohung habe sich der "Kreis Mario Galesi" bekannt. Die Gruppe wird den Terroristen der "Neuen Roten Brigaden" zugerechnet. Die Terrororganisation "Rote Brigaden" wird für fast 15.000 Anschläge in den siebziger und achtziger Jahren verantwortlich gemacht.

Mario Galesi war ein Mitglied der Roten Brigaden und wurde im März 2003 in einem Zug in der Toskana bei einer Schießerei mit der Polizei getötet. Der Umschlag an Severino enthielt keinen Absender.

lgr/AFP/dpa

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  • Montag, 12.12.2011 – 20:01 Uhr
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