Reaktionen auf Terror in Paris "Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror"

Weltweit sorgt der Terror von Paris für Entsetzen. Die USA, Russland, Deutschland, Iran: Sie alle äußern ihr Mitgefühl - viele Städte zeigen ihre Solidarität in den Farben Frankreichs. Die Reaktionen im Überblick.


USA:

  • Einer der ersten, der sich zu den Terrorattacken in Paris äußerte, war der amerikanische Präsident Barack Obama. "Das ist nicht nur ein Angriff auf die Menschen in Frankreich. Sondern dies ist ein Angriff auf die ganze Menschheit und unsere universellen Werte", sagte er in Washington. Zugleich bot er die Hilfe der USA an, um "die Terroristen vor Gericht zu bringen". Er habe sich mit Frankreichs Präsident François Hollande auf eine Zusammenarbeit geeinigt, um die "Geißel des Terrorismus" zu besiegen.


Deutschland:

  • "Dieser Angriff auf die Freiheit gilt nicht nur Paris. Er meint uns alle. Und er trifft uns alle", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin und sicherte Frankreich ihre Unterstützung zu. "Wir weinen mit ihnen. Wir werden gemeinsam mit ihnen den Kampf gegen die führen, die ihnen so Unfassbares angetan haben." Merkel weiter: "Die Menschen in Paris müssen einen Albtraum von Gewalt, Terror und Angst durchleiden", so die Kanzlerin. "Wir wissen, dass unser freies Leben stärker ist als jeder Terror."

  • Auch Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich schockiert: "Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen", sagte er. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem französischen Volk."

  • Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der am Freitag in Paris bei dem Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich unter den Zuschauern war, bezeichnete Anschläge als "Inferno des Terrors". Die "Dimension des Grauens" der Anschläge übersteige die Vorstellungskraft eines Jeden, sagte Steinmeier.
  • Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière bot Frankreich "Hilfe durch deutsche Spezialkräfte" an. "Wir sind mit unseren Gedanken bei unseren französischen Freunden und den Familien der Opfer. Ich stehe in engem Kontakt mit meinem französischen Kollegen."
  • Während des Freundschaftsspiels zwischen Frankreich und Deutschland waren im Stadion drei Explosionen zu hören. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff sagte: "In der Kabine herrschte große Unsicherheit, große Angst und eine komische Stimmung. Man hat gemerkt, wie geschockt die Spieler sind. Sie haben sofort nach ihren Telefonen gegriffen, um sich zu informieren oder zu Hause anrufen."

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Reaktion auf Pariser Terrorattacken: Unterstützung in Blau-Weiß-Rot
Kanada:

  • "Unsere Herzen und unsere Gedanken und unsere Gebete gehen in Richtung unserer französischen Cousins in dieser dunklen und schrecklichen Zeit", sagte der kanadische Premier Justin Trudeau.

China:

  • "Zutiefst schockiert" sei China, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. "Terror ist für die Menschheit eine gemeinsame Herausforderung." China unterstütze Frankreich ausdrücklich beim Kampf gegen den Terror", sagte der Sprecher.

Polen:

  • Der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna betonte die Solidarität mit den Opfern. "Heute sind wir alle Franzosen", sagte Schetyna in Breslau. Zugleich forderte er Entschlossenheit im Kampf gegen den Terror. "Keine Stadt, kein Land kann sich sicher fühlen. Das zeigt noch mehr, wie wir zusammenarbeiten müssen. Von uns wird abhängen, ob wir uns vor dem Szenario von Tod, Terror und allgemeinem Schrecken schützen können."


Israel:

  • Israels Premier Benjamin Netanyahu erklärte, sein Land stünde eng an der Seite des französischen Präsidenten Hollande und des französischen Volkes im gemeinsamen Kampf gegen den Terror.

Türkei:

  • "Diese Anschläge richten sich nicht nur gegen das französische Volk, sondern gegen die gesamte Menschheit, gegen Demokratie und Freiheit und alle gültigen Werte", sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. "Der Terror hat keine Religion, keine Nationalität. Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."
  • Präsident Recep Tayyip Erdogan beschwor den gemeinsamen, internationalen Kampf gegen den Terrorismus: In einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung forderte er einen "Konsens der internationalen Gemeinschaft gegen den Terrorismus".


Russland:

  • Der russische Präsident Wladimir Putin drückte den Franzosen sein Beileid aus und sicherte ihnen die Solidarität Russlands zu, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Ein Kreml-Sprecher verurteilte die "unmenschlichen Morde" und bot russische Hilfe bei den Ermittlungen an.


Iran:

  • Präsident Hassan Rohani schrieb an seinen französischen Amtskollegen: "Im Namen des iranischen Volkes verurteile ich diese unmenschliche Tat." Das schreckliche Ereignis habe nur eine Botschaft: Alle Staaten müssen gemeinsam den Terrorismus und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekämpfen.
  • "Unsere Gedanken sind in erster Linie bei den Opfern dieses Terroranschlags, deren Angehörigen, dem Volk und der französischen Regierung", sagte Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif. Die Ereignisse in Paris hätten erneut bewiesen, dass der Terrorismus keine Grenzen mehr kenne und im Rahmen einer globalen Zusammenarbeit bekämpft werden müsse. Iran sei bereit, an diesem Kampf mitzuwirken.

Arabische Regierungen:

  • Regierungen der arabischen Welt haben die Terroranschläge von Paris verurteilt. "Ägypten betont seine Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus, der keine Grenzen oder Religion kennt", sagte der ägyptische Präsident, Abdel Fattah el-Sisi. Das Außenministerium von Saudi-Arabien forderte, den Anti-Terror-Einsatz zu verdoppeln. Ein Regierungssprecher Jordaniens sagte, das Königreich stehe an der Seite der Franzosen "gegen diese blutigen und mutwilligen Akte der Aggression". Auch der Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah, sprach Frankreich in einem Telegramm sein Beileid aus. Alle vier Länder gelten als Verbündete des Westens im Kampf gegen den Terror.

Vereinte Nationen, Nato, Europäische Union:

  • Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die "verachtenswerten Terroranschläge" und versicherte, an der Seite der französischen Regierung und des französischen Volkes zu stehen.
  • EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der "tief geschockt" war, brachte auf Twitter seine "volle Solidarität mit dem Volk Frankreichs" zum Ausdruck.
  • Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, "der Terrorismus wird nie die Demokratie besiegen".

Vatikan:

  • "Wir sind erschüttert von dieser neuen Demonstration irrsinniger terroristischer Gewalt und des Hasses, die wir gemeinsam mit dem Papst auf die radikal möglichste Art und Weise verurteilen", sagte der Sprecher von Papst Franziskus, Federico Lombardi, laut Radio Vatikan.


Video: Obama verurteilt Terror von Paris

aar/Reuters/dpa/AFP

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