Trump zu Massaker in Parkland "Ich wäre reingerannt, auch ohne Waffe"

Das Schulmassaker in Parkland bewegt die USA - auch weil ein bewaffneter Hilfssheriff nicht eingriff. Präsident Trump verhöhnt den Mann und sagt, was er getan hätte.


Ein bewaffneter Hilfssheriff war während des Massakers in Parkland am 14. Februar auf dem Schulgelände - und griff nicht ein, als der 19-jährige Täter mit einem halbautomatischen Gewehr das Feuer auf Schüler und Lehrer seiner ehemaligen Schule eröffnete und 17 Menschen tötete. US-Präsident Donald Trump sagte nun bei einem Treffen mit Gouverneuren: "Ich glaube wirklich, dass ich da reingerannt wäre, auch wenn ich keine Waffe gehabt hätte."

Der 71-Jährige erklärte der Nachrichtenagentur AP zufolge, der untätige Polizist und seine Kollegen seien "nicht wirklich ein Träger von Tapferkeitsmedaillen". Seit dem Massaker ist eine Debatte darüber entbrannt, wie sehr privater Waffenbesitz die Sicherheit des Landes gefährdet.

"Die NRA unterstützt keinerlei Verbot"

Wayne LaPierre, der Chef der mächtigen US-Waffenlobby NRA, wiegelt weiter ab und findet immer neue Gründe, warum Waffen legal bleiben sollten. (Hier lesen Sie mehr zur US-Waffenlobby NRA.) Trump erklärte, er habe LaPierre am Wochenende zum Mittagessen getroffen - Ergebnisse gab es nicht.

"Die NRA unterstützt keinerlei Verbot", sagte ihre Sprecherin Dana Loesch bereits am Sonntag dem Sender ABC News. Sie forderte außerdem, dass Lehrer und Eltern frei entscheiden sollten, ob Lehrer zum Schutz von Schulen bewaffnet werden.

Trump selbst erklärte am Dienstag zu seinem Vorstoß, Lehrern das Tragen von Waffen zu erlauben, er wolle nicht, dass alle Pädagogen Waffen trügen. Ihm gehe es nur um jene, die dafür ein "natürliches Talent" hätten.

Bei den überlebenden Schülern des Massakers dürften diese Worte Trumps für Entsetzen sorgen. Viele von ihnen protestieren seit der Tat vehement gegen die laschen Waffengesetze in den USA.

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Auch in den sozialen Netzwerken fordern derzeit Zehntausende Jugendliche zu landesweiten Protestaktionen auf. "Never again!" - "Nie wieder!": Unter diesem Hashtag hat eine Schülerin eine Seite auf Facebook eingerichtet, auf der sich Jugendliche organisieren können.

dop/AP/AFP/dpa



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