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Grenzkonflikt mit Pakistan: Afghanisches Parlament entlässt zwei Minister

In Afghanistan müssen Innen- und Verteidigungsminister ihren Hut nehmen: Das Parlament in Kabul entzog den beiden das Vertrauen. Zuvor hatten sie sich den Fragen der Abgeordneten zum Grenzkonflikt mit Pakistan stellen müssen.

Innenminister Mohammadi (links), Verteidigungsminister Wardak: Misstrauensvotum Zur Großansicht
DPA

Innenminister Mohammadi (links), Verteidigungsminister Wardak: Misstrauensvotum

Kabul - Die unsichere Lage an der Grenze zu Pakistan kostet zwei afghanische Minister das Amt. Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak und Innenminister Bismillah Mohammadi verloren am Samstag eine Vertrauensabstimmung im Parlament. Die Politiker hatten sich zuvor in einer Sondersitzung Fragen zum andauernden Beschuss an der afghanisch-pakistanischen Grenze stellen müssen. Bei der anschließenden Abstimmung konnten sie nicht genug Stimmen auf sich vereinen.

Der Sprecher des Unterhauses forderte Präsident Hamid Karzai auf, schnellstmöglich zwei Nachfolger zu finden. Er hat als Staatsoberhaupt das letzte Wort und will sich am Sonntag mit dem Fall befassen.

In den vergangenen Wochen waren in den ostafghanischen Provinzen Kunar und Nuristan an der Grenze zu Pakistan vermehrt Dörfer mit Raketen angegriffen worden. Afghanische Behörden machen Pakistan sowie Taliban verantwortlich. Die Regierung in Islamabad wiederum beschuldigt das Nachbarland, nicht hart genug gegen die Rebellen im Grenzgebiet durchzugreifen.

Unterdessen wurden im Norden Afghanistans drei Menschen - darunter zwei Polizisten - auf einem belebten Markt getötet, als eine in einem Topf versteckte Bombe explodierte. Der Markt sei voller Menschen gewesen, die für das tägliche Fastenbrechen während des Ramadans eingekauft hatten, sagte ein Polizei-Chef. Er machte Taliban-Rebellen für den Anschlag in der Provinz Faryab verantwortlich.

Erst am Freitag war in einer Moschee in der östlichen Provinz Nangarhar eine Bombe explodiert und hatte 19 Menschen verletzt, darunter auch den Mullah des Gotteshauses. Präsident Karsai verurteilte den Anschlag: "Dieser terroristische Angriff beweist, dass die Feinde der Afghanen nur darauf aus sind, unschuldige Menschen zu töten", hieß es in einer Mitteilung seines Büros. Auch die US-Botschaft in Kabul verurteilte den Anschlag.

fab/dpa/dapd

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    Seite 1    
1. optional
Toiletman 04.08.2012
Was können denn die Afghanen machen wenn die Terroristen einfach wieder nach Pakistan über die Grenze flüchten und die pakistanische Regierung dieses Gebiet nicht selbst kontrolliert?
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Hauptstadt: Kabul

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