Parlamentswahl Erdrutschsieg für Konservative in Frankreich

Bei der zweiten und entscheidenden Runde der Parlamentswahl in Frankreich hat das bürgerlich-konservative Lager von Präsident Chirac einen haushohen Sieg erzielt. Die Wahlbeteiligung war ungewöhnlich niedrig.


Zuversichtlich an der Wahlurne: Präsident Jacques Chirac
DPA

Zuversichtlich an der Wahlurne: Präsident Jacques Chirac

Paris - Die Parteien der gemäßigten Rechten dürften den Hochrechnungen zufolge sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit in der bislang links dominierten Nationalversammlung erobert haben. Jacques Chiracs Sammlungsbewegung "Union für die Präsidentenmehrheit" (UMP) schaffte demnach allein die absolute Mehrheit. Die Linke muss nach fünf Jahren endgültig in die Opposition. Die Parteien der ehemaligen Regierung des Sozialisten Lionel Jospin stellen weniger als 200 der 577 Abgeordneten. Die rechtsextremistische Nationale Front brachte keinen Kandidaten durch.

Damit kann Präsident Chirac in den nächsten fünf Jahren mit einer klaren Mehrheit in der Nationalversammlung regieren. Es wird erwartet, dass der Neogaullist den amtierenden Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Montag mit der Bildung eines dauerhaften Rechtskabinetts beauftragt.

Die Wahlbeteiligung an der zweiten Runde der Parlamentswahl lag nur knapp über 60 Prozent und war damit so niedrig wie noch nie in der Fünften Republik.

In der zweiten Runde der Parlamentswahlen ging es noch um 519 der 577 Parlamentssitze. In den übrigen 58 Wahlkreisen hatten überwiegend rechte Kandidaten die notwendige absolute Mehrheit bereits vor einer Woche erreicht. Beim zweiten Urnengang reichte die relative Mehrheit.



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