Parlamentsabstimmung Spanisches Dorf wählt innerhalb einer Minute

Bei der spanischen Parlamentswahl war ein Dorf besonders schnell. In nur einer Minute hatten alle Einwohner von Villarroya ihre Stimmen abgegeben. Kein Wunder, ihre Anzahl war überschaubar.

Parlamentswahl in Spanien: 36,5 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen
AP/dpa

Parlamentswahl in Spanien: 36,5 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen


Als in vielen Städten und Gemeinden Spaniens die Wahllokale öffneten, war die Abstimmung in einem Dorf im Norden des Landes bereits beendet. Die sechs Wahlberechtigten in Villarroya gaben in der Rekordzeit von einer Minute ihre Stimmen ab. Wie eine Gemeindesprecherin am Sonntag mitteilte, hatten die Dorfbewohner sich verabredet, gleich nach der Öffnung ihres Wahllokals möglichst rasch ihre Zettel in die Urne zu stecken.

Auf diese Weise brachen sie ihren Rekord von der Europawahl 2014, bei der sie zwei Minuten für die Stimmabgabe benötigt hatten. In dem Dorf in der Weinbauregion La Rioja leben Zwillingsschwestern im Alter von 32 Jahren und vier Rentner.

Die Parlamentswahl könnte die politische Landschaft Spaniens gründlich verändern. Die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy muss bei der vorweihnachtlichen Abstimmung Umfragen zufolge erhebliche Stimmverluste befürchten. Sie könnte aber die stärkste Kraft im Parlament bleiben.

Als ausgeschlossen gilt es, dass die Konservativen wie bei der vorigen Wahl im November 2011 erneut die absolute Mehrheit erringen. Nach Meinungsumfragen läuft die PP Gefahr, etwa ein Drittel ihrer Sitze zu verlieren.

Der großen Oppositionspartei, den traditionellen Sozialisten (PSOE) mit Parteichef Pedro Sánchez, drohen ebenfalls Stimmverluste. Dagegen können zwei junge Parteien darauf hoffen, mit starken Fraktionen ins neue Parlament einzuziehen. Dies sind die neue Linkspartei Podemos (Wir können) mit ihrem Spitzenkandidaten Pablo Iglesias und die liberalen Ciudadanos (Bürger) mit Albert Rivera.

Die Wahllokale öffneten um 9 Uhr. Erste Prognosen werden nach Schließung der Wahllokale um 20 Uhr erwartet. Das vorläufige amtliche Ergebnis soll gegen Mitternacht folgen. Es wird mit einer hohen Wahlbeteiligung gerechnet. 36,5 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Seit dem Sommer gilt in Spanien die zweithöchste Terrorwarnstufe. Zur Wahl wurden die Vorsichtsmaßnahmen noch einmal erhöht. Knapp 92.000 Sicherheitskräfte waren nach Angaben des Innenministeriums im Einsatz.

asc/dpa/Reuters

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Seite 1
eldoloroso 20.12.2015
1. Und während in Villabaja noch immer Stimmen gezählt werden...
Tach, SCNR, ich musste einfach auf die alte Spühli-Werbung verweisen...
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