Paul Manafort Betrugsvorwürfe gegen Trumps Ex-Berater

US-Sonderermittler Robert Mueller erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen Trumps ehemaligen Wahlkampfleiter. Manafort soll Banken betrogen, Immobilien zu hoch bewertet haben. Seine Kaution ist gefährdet.

Paul Manafort beim Verlassen eines Gerichtsgebäudes in Washington
AP

Paul Manafort beim Verlassen eines Gerichtsgebäudes in Washington


Seit Monaten steht Paul Manafort unter Hausarrest. Seine derzeit einzige Chance, sich wieder frei bewegen zu dürfen, besteht darin, eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Dollar, umgerechnet 8,6 Millionen Euro, zu leisten. Er hat dem Gericht dafür einige seiner Immobilien als Sicherheit angeboten. Doch nach Ansicht des US-Sonderermittlers Robert Mueller hat er seine Häuser und Wohnungen viel zu hoch bewertet.

Vor allem aber erhebt Mueller in einem Schreiben an das Gericht, vor dem gegen den Ex-Berater verhandelt wird, neue Vorwürfe. So wirft er Manafort "strafbares Verhalten" vor. In dem Schreiben ist von einer "Reihe von Betrugsfällen gegen Banken sowie Verabredung zum Bankbetrug" die Rede.

Konkret heißt es, Manafort habe sich die zum Kauf eines Hauses in Fairfax bei Washington nötigen Hypotheken durch "eine Reihe falscher und betrügerischer Angaben" gesichert. Unter anderem habe er den Banken gegenüber seine Einnahmen durch gefälschte Gewinn-und-Verlust-Rechnungen um Millionen Dollar zu hoch angegeben.

Anklage wegen Geldwäsche und Verschwörung

Noch haben die Ermittlungen zu keinen neuen Anklagen gegen Manafort geführt. Mueller will dem Gericht jedoch bei der nächsten Anhörung Beweise für diese und andere Bankbetrügereien vorlegen. Ein Termin dafür steht bisher nicht fest

Manafort werden unter anderem Verschwörung gegen die USA im Zusammenhang mit Steuerbetrug, Falschaussagen und Geldwäsche angelastet. Insgesamt soll es in dem Verfahren um Dutzende Millionen Dollar gehen. Die Vorwürfe schließen auch eine Zeitspanne ein, in der Manafort Trumps Wahlkampagne leitete. Manafort ist unter anderem wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin im Sommer 2016 ins Visier der Ermittler geraten.

Niemand will bürgen

Des Weiteren geht Sonderermittler Mueller in seinem Schreiben auf Manaforts Vorschläge ein, mit Immobilien für die geforderte Kaution zu bürgen. Dabei erklärt er zu jeder Wohnung und jedem Haus die Eigentumsverhältnisse und schätzt den jeweiligen Marktwert ab. Dabei handelt es sich um mehrere Häuser sowie eine Wohnung im Trump Tower in New York.

Teils bestünden hier jedoch Ansprüche von Banken, die zu Zwangsvollstreckungen führen könnten. Andere Sicherheiten als die fraglichen Immobilien könne Manafort jedoch nicht vorweisen, heißt es weiter. Dass der Angeklagte niemanden habe auftreiben können, der für ihn bürgt, lege nahe, "dass weder seine nächsten Angehörigen noch sonst jemand gewillt ist, das Risiko einzugehen".

mak



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