Mutmaßliche Wahlkampfmanipulation Manafort dementiert Treffen mit Assange

Hat Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort Wikileaks-Gründer Assange überredet, schlechte Nachrichten über die Demokraten zu verbreiten? Das legt ein Bericht nahe. Doch beide Seiten streiten ein Treffen ab.

Julian Assange (l.), Paul Manafort (r.)
AFP

Julian Assange (l.), Paul Manafort (r.)


Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach er sich dreimal mit Wikileaks-Gründer Julian Assange getroffen haben soll. "Diese Geschichte ist völlig falsch und absichtlich verleumderisch", heißt es in einem Statement Manaforts, das er über seinen Anwalt Jason Maloni verbreitete.

Der britische "Guardian" hatte berichtet, dass Manafort sich dreimal mit Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London getroffen haben soll, zuletzt im März 2016. Wochen später veröffentlichte Wikileaks E-Mails der US-Demokraten, die Trumps damalige Gegenkandidatin im Rennen um die Präsidentschaft, Hillary Clinton, in ein schlechtes Licht rückten. Donald Trump selbst hatte im Wahlkampf Wikileaks, eigentlich ein Rotes Tuch für US-Sicherheitskreise, mehrfach gelobt.

Manafort prüfe nun alle denkbaren rechtlichen Schritte gegen die britische Zeitung, hieß es in dem Statement. Diese habe die Geschichte auch dann nicht zurückgenommen, als seine Vertreter die Journalisten darauf hingewiesen hätten, dass der Bericht fehlerhaft sei. Auch Wikileaks hatte den Bericht dementiert.

US-Sonderermittler Robert Mueller warf Manafort weiter vor, die Ermittler in der Russland-Untersuchung belogen zu haben. Der Ex-Wahlkampfmanager habe das FBI und das Büro des Sonderermittlers bei einer Reihe von Themen angelogen - und damit seine Vereinbarung mit der Justiz gebrochen, hieß es in einem Gerichtsdokument, das am Montagabend veröffentlicht wurde. Unklar ist bisher, worauf genau sich die mutmaßlichen Falschaussagen bezogen. Auch diese Anschuldigungen hatte Manafort zurückgewiesen.

kry/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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gammoncrack 27.11.2018
1. Jetzt bin ich aber mal gespannt.
Für mich unvorstellbar, dass jemand die Botschaft 3 x betritt und das nicht durch Zeugen oder Videos von Cams dokumentiert werden kann. Gerade in London kann man doch kaum einen Schritt gehen, ohne nicht gefilmt zu werden. Wenn das aber wirklich bewiesen werden kann, dann wird die Gleichzeitigkeit eines Treffens mit der Veröffentlichung von Clinton's Emails Trump vermutlich den Hals brechen.
gandhiforever 28.11.2018
2. Mueller
Mueller steht nicht in dem Ruf, Anschuldigungen vorzubringen, die er nicht mit hieb- und stichfesten Beweisen belegen kann. Manafort versucht, genauso wie Trump, mittels kategorischem Leugnen die oeffentliche Meinung zu beeinflussen. Es wird im Gefaengnis noch genuegend Zeit erhalten zum Nachdenken, denn Mueller hat einen Weg gefunden, der Trump der Chance beraubt, Manafort zu begnadigen. Und, was Trump ueberhaupt nicht gefaellt, Mueller ist nun auf der Spur zur Verbindung Trumps mit Russland. Sollte Trump aus Verzweiflung nun Mueller entlassen, dann graebt er damit an seinem eigenen Stuhl.
g.eliot 28.11.2018
3. Lügen, Intrigen und wütende Tweets
Es wird gelogen, sodass sich die Balken biegen. Manafort ist mMn eine der kriminellsten Gestalten im ersten Umfeld des POTUS, das offenbar kaum ehrliche Zeitgenossen einschloss. Dass Manafort lügt, ist keine Überraschung für mich. Er hat lange gepokert, und vielleicht wurde ihm kurzfristig doch eine Belohnung vom Paten zugesagt. Manche Medien behaupten, dass es schlecht sei für Mueller, dass Manafort gelogen hat. Nun, es kann ganz anders sein: Mueller muss die Wahrheit kennen, sonst würde er solche Sachen nicht behaupten. Denn es gibt keine Leaks von Mueller, also ist dieser Leak gewollt. Aber wer weiß das schon. Es gibt ein dickes Geflecht von Lügen und Intrigen und ein POTUS, die in wütenden würdelosen Tweets Mueller diffamiert. Auf einem Wahlkampfrally für die rassistische GOP Senatskandidatin in Mississippi ereiferte sich Trump in seiner Wut über den Deep State und den bösen, bösen Menschen, die hinter ihm her seien. Ein paranoider US Präsident, der VT's verbreitet, das ist einfach nur noch unerträglich und völlig irre!
g.eliot 28.11.2018
4. Zusatz
Guardian ist nicht dafür bekannt, Fake News zu verbreiten. Es wird in den US Medien auch gemunkelt, dass Anklagen gegen Carter Page, seinen Partner und Julian Assange anhängig seien. Nach den Worten des Großen Meisters: We'll see...
bigmitt 28.11.2018
5. g.eliot
Ihr Medienverständnis in allen Ehren, aber wie glaubwürdig ist der Guardian Bericht der sich lediglich auf "reputable sources" beruft? Was würde einen Fox Artikel im Vergleich unglaubwürdiger machen welcher ebenfalls nur auf Hörensagen basiert? Sie nehmen das Wort " Verschwörungstheorie" zu oft in den Mund als das Sie dem Guardian Bericht einfach so glauben können. Wikileaks hat schon angekündigt auf Unterlassung zu klagen und eine GoFundMe Seite eingerichtet um die Klage zu finanzieren. Assange und Wikileaks sind nicht das erste mal Gegenstand schlecht recherchierter, tendenzieller Berichterstattung seitens des Guardians. Anstatt einen Journalisten und Publizisten ( und das ist Assange ) und dessen Recht auf Pressefreiheit und freier Meinung zu verteidigen wird dieser versucht in die Russland Ecke zu stecken ( Assange war mal ein Held, bis er Wahrheiten veröffentlichte die nicht in das gewünschte Bild passen ). Nicht der erste Versuch des Guardian... https://off-guardian.org/2018/09/24/craig-murray-the-guardian-tells-deliberate-lies-about-assange-and-alleged-russia-ties/
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