Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort zu weiterer Haftstrafe verurteilt

Ein Gericht hat gegen Donald Trumps Ex-Berater Paul Manafort eine weitere Haftstrafe verhängt. Er war in der Untersuchung über einen möglichen russischen Einfluss auf den US-Wahlkampf ins Visier geraten.

Paul Manafort
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Paul Manafort


Paul Manafort hat Zeugenbeeinflussung und Verschwörung gegen die USA zugegeben, nun ist der frühere Wahlkampfmanager von Präsident Donald Trump schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Washington hat ihn verurteilt….

Bundesrichterin Amy Berman verhängte weitere dreieinhalb Jahre Haft gegen den ehemaligen Berater Trumps. Es ist bereits das zweite Urteil gegen Manafort. Erst vergangene Woche war er wegen Steuerhinterziehung und Bankbetrugs zu knapp vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Im nun verhandelten Fall ging es um Manaforts Lobbyarbeit für prorussische Politiker in der Ukraine. Die Einnahmen daraus hatte er vor den US-Behörden verborgen.

Manafort hatte sich schuldig bekannt und ursprünglich dazu bereit erklärt, mit Sonderermittler Robert Mueller in der Russlanduntersuchung zu kooperieren. Nach Überzeugung des Gerichts belog er die Ermittler allerdings und verstieß damit gegen eine Vereinbarung zur Strafminderung.

Beratung für Diktatoren und Regime in Afrika

Auch im Prozess entschuldigte sich der 69-Jährige für sein Verhalten. Er sagte: "Was ich getan habe und alle Handlungen, die uns heute hierhergebracht haben, tun mir leid." Laut dem Sender MSNBC glaubte die Richterin Manafort aber nicht. Er habe sich nicht bereit gezeigt, echte Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen. Man könne die Zahl der Lügen und das Maß an Betrug gar nicht genug betonen, sagte sie.

Manafort arbeitete jahrzehntelang als Lobbyist und Politikberater und hatte dabei einen zweifelhaften Ruf. Zu seinen Klienten zählten Diktatoren und Regime in Afrika, Asien und Südamerika. Mehrere Jahre lang machte er Lobbyarbeit für den ehemaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Trump holte Manafort im März 2016 in sein Wahlkampfteam und machte ihn im Juni zum Leiter. Schon im August musste er allerdings wieder gehen. Hintergrund waren seine finanziellen Verstrickungen in der Ukraine.

Manafort wurde am 30. Oktober 2017 festgenommen. Er ist einer von sechs Männern aus Trumps Umfeld, gegen die im Zuge von Muellers Untersuchungen Anklage erhoben wurde. Er sitzt bereits seit Juni 2018 in Untersuchungshaft.

apr/AFP/AP/Reuters/dpa



insgesamt 25 Beiträge
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cipo 13.03.2019
1.
Und weiter geht's: Manafort wurde gerade in New York wegen Immobilienbetrugs angeklagt. Der ist noch lange nicht aus dem Schneider.
nurmalso! 13.03.2019
2. Der arme Kerl...
... büßt nun praktisch lebenslang für seine krimineelle Vergangenheit. Alles Vermögen eingezogen. Weitere Urteile werden folgen. Und das Beste: NY-State Urteile sind nicht begnadigbar durch Trump...... NY räumt richtig auf und wir werden Ähnliches mit den Trump-Kids erleben. Steuer-Sachen werden in USA total spaßbefreit gehandhabt und auch einem amtierenden Präsidenten werden die Dinge unter dem Hintern weggepfändet (da no cash available).
lubrikation 13.03.2019
3.
Kann er die beiden Strafen zusammen absitzen oder werden die addiert?
Björn L 13.03.2019
4. Unsere Justiz sollte dazu lernen
fast alle Vergehen gehen hierzulande glimpflich aus. In D wäre er mit etwas Geld und Bewährung davon gekommen. Kein Wunder das wir ein Geldwäsche Paradies sind und alle Mafia-Clans weltweit uns als die Oase der Glückseeligkeit empfinden. Wehe mir als Mittelständler fehler in der Steuererklärung. Da bin ich schlechter dran, als wenn ich Dieselfahrzeuge mit Betrugssoftware verkaufen würde
t.malinowski 13.03.2019
5. Wieso Trump in der Überschrift?
Manaford ist für etliche Straftaten verurteilt worden. Keine Einzige hat auch nur das geringste mit Trump zu tun. Trump in jedem Artikel über Manafort zu benennen ist schon fast üble Nachrede. Wieso schreibt ihr nicht mal was über Tony Podesta, dem Chef von Manafort, während jene Straftaten begangen wurden? Und dann die Fantasie -reaktionen daß demnächst Trump und seine Kinder an der Reihe sind. Leute, wacht endlich auf aus eurer Trumpfobie. Ehr geht Obama in den Knast weil er Trump hat abhören lassen als daß Trump etwas passieren wird. Erst gestern wurde das Transkript von Lisa Page's Congress Verhör veröffentlicht, in dem sie unter anderem eingesteht das die Order Clinton nicht für ihren Umgang mit Emails zu belangen von ganz oben im Justiz-Ministerium gekommen ist. Morgen werden die Erklärungen von Steel in der Verleumdungsklage gegen Buzzfeed veröffentlicht. Mal sehen ob der SPON darüber berichtet.
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