Paul Manafort Ein einziges Jurymitglied verhinderte Schuldspruch in zehn Punkten

Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Manafort wurde in acht von 18 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Ein Großteil der Jury wäre noch weiter gegangen. Doch ein Mitglied hatte Zweifel.

Manafort vor Gericht
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Manafort vor Gericht


Es war das erste Verfahren in der Russlandaffäre: Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, wurde in acht von 18 Anklagepunkte schuldig gesprochen. Beinahe sei die Jury sich sogar einig gewesen, dass Manafort in allen Punkten zu verurteilen sei. Mit nur einer Stimme wurde das jedoch verhindert, sagte Jurymitglied Paula Duncan dem US-Sender Fox News in einem Interview.

"Wir alle haben versucht, sie davon zu überzeugen, sich die Papiere anzuschauen. Wir haben alles immer wieder vor ihr ausgebreitet und sie hat immer noch gesagt, sie habe berechtigte Zweifel", sagte Duncan dem Sender.

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Nach dreiwöchigem Prozess hatte die zwölfköpfige Jury ihre Entscheidung am Dienstag dem Gericht in Alexandria mitgeteilt. In zehn Anklagepunkten konnten sich die Geschworenen in fast viertägigen Beratungen auf kein Urteil verständigen. Duncan sagte dem Sender, sie habe mehr erwartet.

Manafort wurde unter anderem vorgeworfen, den Finanzbehörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine gemacht habe. Außerdem ging es darum, dass er Banken belogen haben soll, um Kredite in Höhe von 20 Millionen US-Dollar zu bekommen. Der 69-Jährige hatte auf nicht schuldig plädiert. Im droht nun eine lange Haftstrafe, sie liegt bei maximal 80 Jahren.

Manafort leitete von Juni bis August 2016 Trumps Wahlkampf. Der Lobbyist und Politikberater war dabei unter anderem für den wichtigen Parteitag zuständig, bei dem sich Trump die Nominierung seiner Partei sicherte. Ab September muss er sich in einem weiteren Prozess verantworten. In dem Verfahren werden ihm unter anderem Geldwäsche, Falschaussage und kriminelle Verschwörung vorgeworfen.

asc/Reuters

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