Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort verklagt US-Justiz

Der Ex-Wahlkampfmanager von Donald Trump muss sich vor Gericht unter anderem wegen Geldwäsche verantworten. Nun reicht Paul Manafort selbst Klage ein - gegen das Justizministerium und den Russland-Sonderermittler.

Paul Manafort
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Paul Manafort


Paul Manafort, der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, ist wegen Geldwäsche und anderer Finanzdelikte angeklagt. Nun geht er selbst gegen die Justiz vor: Am Mittwoch verklagte Manafort das US-Justizministerium, den FBI-Sonderermittler Robert Mueller und den amtierenden Generalstaatsanwalt und Vize-Justizminister Rod Rosenstein.

Laut Klageschrift wirft Manafort ihnen vor, ihre Kompetenzen überschritten zu haben. CNN zitierte eine Sprecherin des Ministeriums mit den Worten, Manaforts Klage sei albern, der Angeklagte sei aber berechtigt, einzureichen, was immer er wolle.

Rosenstein hatte Mueller im Mai ernannt und beaufsichtigt dessen Einsatz. Manafort wirft Rosenstein vor, seine Befugnisse überschritten zu haben, indem er Mueller einen Blankoschein für die Ermittlungen erteilt habe. In der Klage wird auch die Einstellung des Verfahrens gegen Manafort gefordert.

Könnte Manafort sich auf einen Deal einlassen?

Manafort wird unter anderem Verschwörung gegen die USA im Zusammenhang mit Steuerbetrug, Falschaussagen und Geldwäsche angelastet. Insgesamt soll es um Dutzende Millionen Dollar gehen. Sie schließen auch eine Zeitspanne ein, in der Manafort Trumps Wahlkampagne leitete. Manafort ist unter anderem wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin im Sommer 2016 ins Visier der Ermittler geraten.

Sonderermittler Mueller untersucht seit Monaten die Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam während der Kampagne - und ob Russland den Ausgang der Präsidentschaftswahl beeinflusst hat. Die Regierung in Moskau und Donald Trump weisen das zurück. Die Russlandaffäre belastete Trump bereits vor Amtsantritt im Januar. Im Raum steht die Frage, ob er oder Personen aus seinem Umfeld erpressbar sein könnten oder sich gesetzeswidrig verhalten haben.

Im Laufe der Zeit haben sich Muellers Nachforschungen immer mehr verästelt. Sein Team argumentiert, dass auch die Seitenlinien der Ermittlungen relevant für den Kern der Untersuchungen werden könnten. Beobachter spekulieren darauf, dass das FBI Manafort bewegen könnte, Informationen in der Russlandaffäre preiszugeben. Im Gegenzug dafür könnte seine Strafe abgemildert werden.

Medienberichten zufolge wurde für Manafort eine Kaution in Höhe von 10 Millionen Dollar (rund 8,6 Millionen Euro) festgesetzt. Die Anklage gegen ihn galt als bisher bedeutendster Schritt der Mueller-Ermittlungen. Anfang Dezember kam heraus, dass Manafort offenbar sein öffentliches Image mit einem selbstgeschriebenen Text aufpolieren wollte - mithilfe von russlandnaher Seite.

mja/dpa/Reuters



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