Verfahren um Russlandaffäre Richter im Manafort-Prozess wurde bedroht

Der Prozess um Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort wird am Montag fortgesetzt. Die Jury kam noch nicht zu einem Urteil. Richter T.S. Ellis sagte, er sei "kritisiert und bedroht" worden.

Richter T.S. Ellis (Gerichtszeichnung)
REUTERS

Richter T.S. Ellis (Gerichtszeichnung)


Das Urteil im Betrugsprozess gegen Paul Manafort, den ehemaligen Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, fällt frühestens am Montag. Die Jury bat darum, ihre Beratungen am Freitagnachmittag unterbrechen und nach dem Wochenende fortsetzen zu dürfen. Richter T.S. Ellis gab diesem Antrag statt.

Manafort werden unter anderem Steuer- und Bankbetrug sowie Geldwäsche und Falschaussage vorgeworfen. Er soll Einnahmen in Millionenhöhe verschwiegen haben, die er für Beratungen in der Ukraine erhalten haben soll.

Ellis weigert sich nach wie vor, die Namen der Jury-Mitglieder bekannt zu geben. Im Normalfall werden die Namen veröffentlicht, nur in Ausnahmefällen und mit gutem Grund darf der Richter diese Information zurückhalten.

Ellis begründete seine Entscheidung mit eigenen Erfahrungen rund um den Prozess. "Ich bin kritisiert und bedroht worden", sagte er. "Und ich gehe davon aus, dass es ihnen genauso gehen würde." Der Richter ging nicht weiter ins Detail, wie er konkret bedroht werde, bestätigte aber, dass er von US-Marshalls bewacht wird.

mmm/rtr/AP



insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
fatal.justice 18.08.2018
1. Glückwunsch.
Das Ergebnis trump´scher Diskreditierung aller staatlichen Verfassungsorgane ist mittlerweile so offensichtlich, dass man sich fragt, wohin dies alles führt. Zwischenzeitlich wurden schon rechtschaffene Bürger denunziert und zu Feinden des Volkes erklärt. Soweit kommt es, wenn die einzige Triebfeder politischen Handelns Hass ist. Diejenigen, die sich diesem Ductus nicht beugen wollen, werden sukzessive an den Rand gedrängt. Die amerikanische Demokratie steht am Scheideweg.
lanzarot 18.08.2018
2. Nazizeit
So fing es in Deutschland auch an. Diejenigen, die gegen Hitler waren und sich schützend vor Juden gestellt haben, wurden bedroht.
Beijinger 18.08.2018
3. Solche Drohungen passieren - leider,
wenn sich ein Richter und die Jury in den USA mit dem Mafia Mob anlegen. Nur daß in diesem Fall der Mob, bzw sein Oberhaupt einen Namen hat, der allgemein geläufig ist und in der Pennsylvania Av. 1609 in Washington D.C. residiert. auch als WH bekannt.
juba39 18.08.2018
4. Und darum unverständlich!
Ich drehe den Text einmal um, um das Unverständliche deutlich zu machen: m Normalfall werden die Namen veröffentlicht, nur in Ausnahmefällen und mit gutem Grund darf der Richter diese Information zurückhalten. Ellis begründete seine Entscheidung mit eigenen Erfahrungen rund um den Prozess. "Ich bin kritisiert und bedroht worden", sagte Ellis. Die Jury bat darum, ihre Beratungen am Freitagnachmittag unterbrechen und nach dem Wochenende fortsetzen zu dürfen. Richter T.S. Ellis gab diesem Antrag statt. Wer das US-System kennt, erkennt heir sofort den eklatanten Widerspruch. Ich würde sogar von einen unterschwelligen Beeinflussung der Geschworenen erkennen. Wer mitten in der Beratung der Gschworenen diese noch einmal der öffentlichen Diskussion aussetzt, und nicht, wie eigentlich erwartbar wäre, jeden äußeren Einfluß abwehrt, muß irgendwelche Hintergedanken haben. AUSSER, die Geschworenen hätten ihren Spruch schon bei Gericht VOR dem Wochenendurlaub hinterlegt. Aber was wundert einen bei einem Prozess zu einer "Russlandaffäre" noch, bei dem Urteile zu Steuerhinterziehung und Lobbyarbeit für die Ukraine fallen sollen. Von der peinlichen Rolle von 300 Medien, die zwar Trump angreifen, sich aber seit 2 Jahren selbst zum Ermittler, Richter und Henker erklären, ganz zu schweigen. Sollen die Geschworenen also nochmal so richtig russophop eingenordet werden? Denn Steuerhinterziehung und Lobbyismus, dann würden die amerikanischen Konzernzentralen und Ministerien bald leer sein. Ist also nichts sensationelles.
dilido 18.08.2018
5. "Verfahren um Russlandaffäre"
Was hat ein Prozess über Steuerhinterziehungen aus dem Jahr 2014 und früher mit der Russlandaffäre zu tun?
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