Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen

US-Sonderermittler Robert Mueller erhebt neue Vorwürfe gegen den ehemaligen Wahlkampfchef von Donald Trump: Paul Manafort wollte demnach Zeugen beeinflussen, die im Prozess gegen ihn aussagen könnten.

Paul Manafort
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Paul Manafort


Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfchef von Donald Trump, sieht sich mit einem weiteren Vorwurf konfrontiert: Das Team um den US-Sonderermittler in der Russlandaffäre, Robert Mueller, wirft ihm versuchte Zeugenbeeinflussung vor. Das geht aus einem nun veröffentlichten Gerichtsdokument hervor.

Manafort habe im Februar versucht, per Telefon, SMS und verschlüsselten Botschaften mit zwei Personen aus der Lobbygruppe "Hapsburg Group" Kontakt aufzunehmen - da war Manafort bereits im Hausarrest. Er habe Zeugenaussagen über seine eigene Lobbyarbeit beeinflussen und Beweise verheimlichen wollen, heißt es in dem Dokument.

Das FBI hat eigenen Angaben zufolge die Aussage einer der beiden Personen, dazu Telefonnachweise und andere Dokumente, auf die die Beamten beim Durchsuchen von Manaforts iCloud-Account gestoßen waren. "Die Untersuchungen in dem Fall dauern an", sagte FBI-Agent Brock Domin.

Mueller untersucht, ob es illegale Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung gab und ob Trump später als Präsident versuchte, die Ermittlungen der Bundespolizei FBI zu den Russland-Kontakten zu behindern. Trump bestreitet eine russische Einflussnahme auf seine Wahl und nennt Muellers Ermittlungen eine "Hexenjagd".

Mueller will, dass Manafort wieder in Haft genommen wird

Manafort war auch wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin im Sommer 2016 ins Visier der Ermittler geraten. Ihm werden unter anderem Steuerbetrug, Falschaussagen und Geldwäsche angelastet. Manafort bestreitet die Vorwürfe. Im Oktober wurde er in den Hausarrest entlassen, er wartet derzeit auf seinen Prozess (mehr zu den Vorwürfen gegen Manafort lesen Sie hier).

Nach den jüngsten Entwicklungen bat Mueller nun den zuständigen Richter, Manafort vor seinem Prozess wieder in Haft zu nehmen.

Manafort war 2016 für knapp fünf Monate Chef der Wahlkampagne von Donald Trump. Damals wurde erstmals öffentlich, dass er für Lobbytätigkeiten offenbar über Jahre verdeckte Zahlungen aus der Ukraine erhalten hatte. Das Geld kam aus dem Umfeld des früheren ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch, der wiederum eng mit dem Kreml verbandelt war. Trump sah sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe im August 2016 gezwungen, Manafort als Wahlkampfchef zu entlassen.

aar/Reuters/AP

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