Wahlkampfmanipulation Führender Republikaner widerspricht Trump

Donald Trump hatte Russland von dem Vorwurf der Wahlkampfmanipulation freigesprochen. Parteifreund Paul Ryan stellt sich nun gegen die Aussagen des US-Präsidenten und bekräftigt die Vorwürfe.

Paul Ryan
AP

Paul Ryan


Das Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin hat für heftige Kritik in den Reihen der US-Republikaner gesorgt. Nun hat der republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, seine Vorwürfe noch einmal verdeutlicht.

"Lassen Sie uns sehr deutlich sein, damit es jeder weiß: Russland hat sich in unsere Wahlen eingemischt", sagte Ryan. Damit widerspricht er den Aussagen von Trump. Dieser hatte Russland in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin von den Vorwürfen freigesprochen. Ryan hingegen geht nun noch einen Schritt weiter. "Nicht nur hat sich Russland in unsere Wahlen eingemischt, sie machen das überall auf der Welt", sagte er. Russland versuche, die Demokratie an sich zu untergraben. Ryan ziehe deshalb in Erwägung, über weitere Sanktionen nachzudenken.

Etwa 24 Stunden nach der Presskonferenz mit Putin - und nach heftiger Kritik aus beiden politischen Lagern sowie den Medien - sagte Trump dann, er habe sich versprochen. "Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 stattgefunden hat." Trump stellte klar, er habe sich bei der Pressekonferenz mit Putin am Vortag falsch ausgedrückt - und das genaue Gegenteil gemeint.

Auch auf Twitter verteidigte der US-Präsident sein Gipfeltreffen gegen Kritiker und warf den Medien falsche Berichterstattung vor. "Während ich ein großartiges Treffen mit der Nato hatte, riesige Mengen an Geld einsammelnd, hatte ich ein sogar noch besseres Treffen mit Wladimir Putin aus Russland", schrieb er. "Traurigerweise wird darüber nicht auf diese Weise berichtet - die Fake News drehen durch!"

asc/dpa/Reuters

insgesamt 11 Beiträge
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Dustinthewind 17.07.2018
1. "Götterdämmerung" ...
Der Spuck ist bald vorbei. Da bin ich mir genauso sicher, wie ich richtig lag mit meiner WM-Prognose. Die Luft wird dünn, sehr dünn für den großen Meister. Mal gespannt, wann er es auch selber merkt.
Klapperschlange 17.07.2018
2. Meine Nachbarn in den Staaten sind....
....zu einem hohen Prozentsatz Trump-Wähler. Mittlerweile verstehen sie diesen Präsidenten nicht mehr und wenden sich von ihm ab. Nicht, dass sie sich den Demokraten zuwenden, sie werden wohl ndas nächste Mal nicht zur Wahl gehen.
06031977 17.07.2018
3. Sagt was ihr wollt ,ich glaub dem Trump kein Wort
Erst hü dann hop...so wird kein Schuh draus. Zuerst muss ich ja sagen, dass ich es gut finde, dass sich Putin und Tump getroffen um mal miteinander zu reden. Reden ist immer besser als Schweigen in diesem Falle und über die Medien Berichte zu erfahren ist hier nicht sinnvoll. Was unter 4 Augen stattgefundene Gespräch ohne Beraten und Dolmetscher kann man sehen wie man will aber es ist deren gutes Recht auch vertrauliche Sachen zu besprechen. Was aber gar nicht geht ist, dass ein Präsident Trump hier ganz klar sich nicht hinter die eigenen Geheimdienste stellt und Farbe bekennt . Ich hätte mir hier eine klare Kante gewünscht ,ein klares Statement damit Putin weiß, dass das ganz oben angekommen ist. Und nun rudert Trump zurück und räumt ein, dass es Einmischung von russischer Seite hab aber erst als in den eigenen Reihen mächtig Kritik hagelte . So wird kein Schuh draus und es so sagen und die Meinung zu ändern wie der Wind sich dreht ,ist alles andere als glaubwürdig. Ich glaub ihm kein Wort mehr, möge er sagen, was er will. Die Amis sollten begreifen, was sich da ins weiße Haus gewählt haben und die Republikaner sollten die Notbremse ziehen und den Pence mal startklar machen.
CarlosSantana 17.07.2018
4. Warum überlebt Trump...
...eine solche Nummer? Diese Reise hat noch einmal eindrücklich gezeigt, dass Trump vielleicht ein skrupelloser Geschäftsmann ist, aber sicher kein Staatsmann. Rund 44% der US-Amerikaner würden ihn heute aber noch einmal wählen. Diese Vergessenen sind eine Streitmacht, die auch hierzulande von unseren verantwortlichen Politikern aus den Augen verloren wurde und wird. Seehofer (und der im Hintergrund immer noch aktive Stäuber) haben das als Chance erkannt, aber nicht damit gerechnet, dass die Wähler hier dann doch nicht so dumm sind zu sehen, dass es auch noch andere dringliche Themen gibt. Trotzdem: Vergesst die Vergessenen nicht - sonst haben wir bald auch Verhältnisse, wie in den USA, wo die Top-Volksrepräsentanten ungestraft praktisch täglich die Weltöffentlichkeit anlügen.
Andraax 17.07.2018
5.
Zitat von Klapperschlange....zu einem hohen Prozentsatz Trump-Wähler. Mittlerweile verstehen sie diesen Präsidenten nicht mehr und wenden sich von ihm ab. Nicht, dass sie sich den Demokraten zuwenden, sie werden wohl ndas nächste Mal nicht zur Wahl gehen.
So sehr ich Wähler verstehe, die das aktuelle System ablehnen, so wenig verstehe ich, dass diese Menschen nicht ihre wahren Probleme erkennen. Diese Leute hätten Bernie Sanders wählen sollen bzw sollten in Zukunft entsprechend wählen. Warum diese offensichtliche Lösung ignoriert wird und lieber das Gegenteil wie z.B. Trump gewählt wird, oder auch gar nicht, entzieht sich meinem Verständnis.
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