Peinliche Fotomontage Mubarak, der vorgeschobene Präsident

Ganz vorn Mubarak, dahinter Obama und Co: So zeigte das Bild der offiziösen ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" den Staatschef auf dem Weg zu Nahostverhandlungen. Auf dem Originalfoto allerdings marschiert der US-Präsident voran. Das passte dem Blatt offenbar gar nicht.

Nahost-Friedensgespräche in Washington. Im Originalfoto geht Husni Mubarak hinten links
Getty Images

Nahost-Friedensgespräche in Washington. Im Originalfoto geht Husni Mubarak hinten links


Er inszeniert sich gern als Anführer. Als jemand, der vorangeht. Zuletzt gab es da wieder eine gute Gelegenheit.

Anfang September führte Husni Mubarak einige der mächtigsten Männer der Welt über den roten Teppich im Weißen Haus. Beim Auftakt der Nahost-Friedensgespräche in Washington schritt Ägyptens Staatschef voran, gefolgt von US-Präsident Barack Obama. Auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Jordaniens König Abdullah folgten Mubarak über den Teppich - so sahen es diese Woche zumindest die Leser der ägyptischen Tageszeitung "Al-Ahram".

Für den 82-jährigen Mubarak ein gutes Bild. Die Sache hat nur einen Haken: Die mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche und vom Informationsministerium kontrollierte Zeitung nahm es mit den tatsächlichen Ereignissen offenbar nicht so genau.

Die ägyptische Version: Da marschiert Mubarak an der Spitze. Screenshot / "Al Ahram"

Die ägyptische Version: Da marschiert Mubarak an der Spitze. Screenshot / "Al Ahram"

Auf dem Bild, das von den Agenturen verbreitet wurde, führt nämlich Obama die Staatsmänner an. Und Mubarak folgt an letzter Stelle. Er trottet am Rand des roten Teppichs ein paar Schritte hinterher.

Damit hatten die Zeitungsmacher in Kairo offenbar ihre Schwierigkeiten. Auf dem Bild in "Al-Ahram" stand Mubarak gespiegelt an der Spitze der Staatsmänner. Die Zeitung zeigte das neue Foto seinen Lesern am Dienstag in einem Artikel über die Fortsetzung der Friedensgespräche im ägyptischen Badeort Scharm-al-Scheich.

Ein Blogger entdeckte die offenkundige Änderung. Die unabhängige Zeitung "Al-Masri Al-Youm" schrieb, dass die Kollegen vom Staatsblatt wohl "einen Eingriff durchgeführt haben". "Al-Ahram" hat das Foto mittlerweile ersetzt, durch ein völlig anderes Bild.

Für Mubaraks Gegner ist die peinliche Panne kein Zufall. Vergangene Woche hatte Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei zum Boykott der Parlamentswahlen im November aufgerufen. Für die Opposition ist klar, dass unter Mubarak Wahlen manipuliert würden - ein bisschen wie die Fotos von ihm vielleicht.



insgesamt 28 Beiträge
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der_hans 16.09.2010
1. Blub
Sehr stalinistisch... in Zeiten des Internets dauert das aber nie sehr lange, bis so etwas auffliegt. Weshalb sich die Frage stellt, wieso man es überhaupt noch macht.
critique 16.09.2010
2. ich lach mich schlapp
wie blöd muss man sein zu glauben, daß das niemanden auffällt ? hier hat wohl ein BP-Berater ein neues zu Hause gefunden
wofrha 16.09.2010
3. Verschwörung?
Verschwörungstheoretiker werden vermutlich behaupten, dass die Ägypter das richtige Foto hatten und alle anderen einer plumpen Fälschung von CIA und Mossad aufgesessen sind. ;-)
hepra 16.09.2010
4. Nein,...
Zitat von wofrhaVerschwörungstheoretiker werden vermutlich behaupten, dass die Ägypter das richtige Foto hatten und alle anderen einer plumpen Fälschung von CIA und Mossad aufgesessen sind. ;-)
...das werden die Ägypter behaupten!
Wallenstein, 16.09.2010
5. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist manipulierenste Zeitung, .....
Zitat von sysopGanz vorn Mubarak, dahinter Obama und Co: So zeigte das Bild der offiziösen ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" den Staatschef auf dem Weg zu Nahostverhandlungen. Auf dem Originalfoto allerdings marschiert der US-Präsident voran. Das passte dem Blatt offenbar gar nicht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,717867,00.html
Lach ... jetzt bin ich mal gespannt, ob der Moderator meine freche Meinung, dass nämlich spiegel.de Sarrazin auch nicht gerade gepasst hat und äußerst meinungsmachende Artikel publizierte, veröffentlicht. Erst mal an der eigenen Nase packen.
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