Mittäterschaft zur Veruntreuung Jetzt wird auch gegen Fillons Frau ermittelt

Steuergelder kassieren, ohne zu arbeiten: So soll es das Ehepaar Fillon jahrelang gehandhabt haben. Gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten wird längst ermittelt, nun gerät auch seine Frau ins Visier der Justiz.

Penelope Fillon
AFP

Penelope Fillon


Der rechtskonservative französische Präsidentschaftskandidaten François Fillon steht vor neuem Ärger: In der Affäre um Scheinbeschäftigung ist nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen seine Frau Penelope Fillon eingeleitet worden, heißt es aus Justizkreisen. Die 61-Jährige stehe im Verdacht, Hunderttausende Euro Steuergelder für eine Scheinbeschäftigung bei ihrem Mann kassiert zu haben. Ihr werde Mittäterschaft bei der Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen.

François Fillon war in der Affäre bereits Mitte März formell beschuldigt worden. Auch gegen einen seiner Vertrauten, den früheren konservativen Abgeordneten Marc Joulaud, läuft ein Ermittlungsverfahren. Fillon wird vorgeworfen, seine Frau jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin bezahlt zu haben, ohne dass sie dafür eine Gegenleistung erbracht hätte. Dabei geht es laut Fillon abzüglich der Sozialbeiträge um rund 680.000 Euro. Vor zwei Wochen ist ein Verfahren gegen ihn eröffnet worden.

In der aktuellen Affäre geht es zudem um eine Beschäftigung von Penelope Fillon beim Magazin "La Revue des Deux Mondes". Auch hier besteht der Verdacht einer Scheinbeschäftigung.

Wegen der Vorwürfe und immer neuer Enthüllungen ist der lange als Präsidentschaftsfavorit gehandelte Fillon in den Umfragen abgestürzt und liegt inzwischen klar hinter dem parteilosen Emmanuel Macron und der Front-National-Chefin Marine Le Pen.

Fillon hat die Scheinbeschäftigungsvorwürfe stets zurückgewiesen und spricht von einer politischen Schmutzkampagne. An seiner Präsidentschaftskandidatur hält er trotz des Ermittlungsverfahrens fest.

koe/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
pwkl 29.03.2017
1. Kann sie doch froh sein...
...dass ihr Ehemann nun doch wohl nicht Präsident wird und dem Volk sein Wasser predigt und es trinken lässt (vulgo sein "Programm") wähend sie/er Schampus saufen (ohne Arbeit öffentliches Geld abgreifen, Anzüge, Uhren und wer weiss was noch "schenken" lassen...). Sonst hätten Penelope und François womöglch noch ein rendez-vous am Place de la Concorde (früher Place de la Revolution) so wie Marie-Antoinette und Louis XVI....
dbrown 29.03.2017
2. Richtig so!
Auch wenn die beiden sicherlich nur ein kleiner Teil dieser 'Gemeinschaft' sind, das ist nun persönliches Pech.
fri3ndlyghost 29.03.2017
3. Das Bild des Sozialschmarotzers
wurde 2016 in Frankreich revolutioniert.
guentherzaruba 29.03.2017
4. wenn es sich wirklich
als Tatsache herausstellt, und sich besagter Herr, dennoch wie "als wäre nichts gewesen" um dieses Amt bewirbt, kann man schon von einer Einstellung zu "den Dingen" sprechen, die verwundern kann.
haresu 29.03.2017
5. Normalerweise merkt man ja ...
... wenn man Geld bekommt ohne dafür zu arbeiten. Und dass das nicht jedem vergönnt ist sollte Frau Fillon auch klar gewesen sein. Man darf also sowohl Unrechtsbewußtsein als auch Vorsatz annehmen.
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