Pentagon-Bericht Chinas Aufrüstung alarmiert USA

Tarnkappenbomber, Flugzeugträger, Raketentests: China rüstet massiv auf - und verunsichert damit die USA. Das Pentagon warnt nun davor, das Militär der Volksrepublik könne die gesamte Region destabilisieren. Die Regierung in Peking spricht von Panikmache.

AP/ Xinhua

Washington/Peking - China gibt immer mehr Geld für Waffen aus, modernisiert seine Armee im Rekordtempo. Nun warnt das amerikanische Verteidigungsministerium: Die Aufrüstung der Volksrepublik könne die gesamte asiatisch-pazifische Region destabilisieren.

Peking habe die entscheidenden technologischen Lücken innerhalb der Armee geschlossen, heißt es im jährlichen Pentagon-Bericht über Chinas Militär. Bis zum Jahr 2020 verfüge die Volksrepublik über eine hochmoderne Armee. Hauptziel der Aufrüstung sei es, eine mögliche US-Intervention im Falle eines Konflikts um Taiwan zu verhindern.

Tempo und Umfang der chinesischen Aufrüstung "könnten das militärische Gleichgewicht in der Region destabilisieren und zu Missverständnissen und Spannungen mit den Nachbarn führen", sagte Michael Schiffer, Leiter der Abteilung Ostasien im Pentagon.

Mehrfach Irritationen wegen Rüstungsvorhaben

Peking weist die Analyse zurück: Der Pentagon-Bericht übertreibe die Bedrohung, die Peking darstelle, schreibt die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar. Washington betreibe "Panikmache". Der Kommentar betonte die offizielle Linie der chinesischen Regierung, nach der die Armee rein defensiv ausgerichtet sei. Im Gespräch mit dem SPIEGEL hatte auch Chinas Vizeaußenministerin Fu Ying vor wenigen Tagen die westliche Kritik am Rüstungsprogramm zurückgewiesen.

In den vergangenen Monaten hat China Washington mehrfach durch Rüstungsvorhaben irritiert. Während des Peking-Besuchs des damaligen US-Verteidigungsministers Robert Gates im Januar lancierten chinesische Medien die Nachricht vom ersten Testflug eines Tarnkappen-Kampfjets. Die Maschine vom Typ J-20 donnerte nur wenige Stunden bevor Gates mit Staatschef Hu Jintao zusammentraf in den Himmel. Vor zwei Wochen schickte Peking außerdem seinen ersten Flugzeugträger auf Testfahrt. Auch schickte Peking im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Raketen ins All.

Der Pentagon-Bericht geht davon aus, dass der Tarnkappen-Kampfjet nicht vor 2018 einsatzbereit sei. Doch Chinas Flugzeugträger könne schon Ende 2012 so weit sein, hieß es. Erwähnt wird ebenfalls, dass im vergangenen Jahr zahlreiche Computer einem Hacker-Angriff Chinas ausgesetzt waren, darunter auch Rechner der US-Regierung.

Die Autoren des Pentagon-Berichts sprachen sich für eine stärkere militärische Kooperation zwischen Washington und Peking aus. Die Kontakte stellte China im vergangenen Jahr ein, um gegen einen Rüstungsdeal der Amerikaner mit Taiwan zu protestieren.

fab/AP/dapd



insgesamt 431 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
yomow 25.08.2011
1. gnah
China ist keine Gefahr für den Frieden, das waren die im Grunde noch nie und werden es auch nicht. Die haben nicht den Anspruch wie die Amerikaner Weltpolizei zu spielen, von daher ergibt sich dieses Bedrohungsszenario gar nicht. Ich halte die USA in dieser Hinsicht für "destabilisierender".
ratxi 25.08.2011
2. Macht ausüben
Zitat von sysopTarnkappen-Bomber, Flugzeugträger, Raketentests: China rüstet massiv auf - und verunsichert damit die USA. Das Pentagon warnt nun davor, das Militär der Volksrepublik könne die gesamte Region destabilisieren.*Die Regierung in Peking spricht von Panikmache. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,782374,00.html
Zu "Irritationen" führt das wohl eher bei den USA, da sie nicht mehr so rüsten können, wie es gerne wollen, und zu einem "Ungleichgewicht" führt das eher, weil Die USA nicht mehr so viel Macht ausüben könnten, wie sie es gerne hätten und gewohnt sind...
pudel_ohne_mütze 25.08.2011
3. ach ne,
Zitat von sysopTarnkappen-Bomber, Flugzeugträger, Raketentests: China rüstet massiv auf - und verunsichert damit die USA. Das Pentagon warnt nun davor, das Militär der Volksrepublik könne die gesamte Region destabilisieren.*Die Regierung in Peking spricht von Panikmache. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,782374,00.html
die chinesische Aufrüstung könne die Region destabilisierten ? Wen oder was destabilisiert denn die US-amerikanische Kriegstreiberei weltweit. Denen muss ja sowas von die Klammer gehen............ Jetzt werden ihnen die selbst gesetzten ( zu verantwortenden ) Grenzen aufgezeigt und dann heulen die Bubis.
fn745 25.08.2011
4. China bezahlt das Pentagon
Die USA sollten sich in Hinblick auf China ganz andere Sorgen machen. De facto finanzieren die Chinesen nämlich derzeit den vollkommen überdrehten amerikanischen Verteidiugungshaushalt. Und sollten die Chinesen den USA den Geldhahn zudrehen, haben die plötzlich kein Geld mehr für den Unterhalt ihrer zahlreichen Trägerverbände, Bomberflotten und Hightech-Drohnen. Das ist eine viel größere Bedrohung als irgendein alter ukrainischer Flugzeuträger, der von den Chinesen mit ein paar Rallyestreifen und einer Wokpfanne gepimpt wurde.
mitwisser, 25.08.2011
5. typisch
Ein Staat ernährt seine Soldaten 1000 Tage um sie eines Tages einzusetzen. Chinesisches Sprichwort Erst das Know How verschleudern und verschenken und sich dann wundern, wenn der Tiger erwacht... ;-)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.