Top-Militär Pentagon entlastet US-General Allen in Mail-Affäre

Hat der US-Top-Militär John Allen "unangebrachte" E-Mails an eine verheiratete Frau verschickt? Nein, urteilen Pentagon-Ermittler und entlasten den designierten Nato-Oberkommandeur für Europa. Allen war im Zuge der Petraeus-Affäre in Verdacht geraten.

US-General Allen: Keine "unangebrachten" E-Mails geschrieben
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US-General Allen: Keine "unangebrachten" E-Mails geschrieben


Washington - In der Affäre um den früheren CIA-Chef David Petraeus hat ein Aufsichtsgremium des Pentagons den Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan, John Allen, vom Vorwurf eines unangemessenen E-Mail-Verkehrs mit einer verheirateten Frau freigesprochen. Nach einer Untersuchung habe die Generalinspektion des US-Verteidigungsministeriums Allen von unangebrachtem Verhalten und Verstößen gegen militärische Vorschriften "vollkommen freigesprochen", sagte ein US-Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Der 59-jährige Vier-Sterne-General ist derzeit als Kommandeur der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan im Einsatz.

Petraeus war am 9. November wegen der Beziehung mit seiner Biografin Paula Broadwell von der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes CIA zurückgetreten. Die Affäre war ans Licht gekommen, nachdem Broadwell der Arztgattin Jill Kelley in anonymen E-Mails ein sexuelles Interesse an Petraeus vorgeworfen hatte. Die in Tampa im US-Bundesstaat Florida wohnende Kelley, eine Bekannte von Petraeus' Familie, schaltete wegen der Droh-Mails die Bundespolizei FBI ein.

Die Ermittler stießen dann allerdings auch auf eine Vielzahl von E-Mails zwischen Kelley und Allen. Wegen "möglicherweise unangebrachter" Kontakte legte die US-Regierung die Beförderung Allens zum neuen Oberkommandierenden der Nato-Einsätze daraufhin auf Eis. US-Verteidigungsminister Leon Panetta versicherte jedoch, er habe vollstes Vertrauen in Allen.

Allen und Kelley beteuerten, keine außereheliche Affäre gehabt zu haben. Am Dienstag meldete sich Kelley erstmals seit dem Skandal im November zu Wort. In einem Interview mit der Nachrichten-Website "The Daily Beast" bezeichnete sie sich als Stalking-Opfer. Broadwell habe sie in E-Mails "erpresst und bedroht", sagte Kelley, die US-Medien als "Mitglied der feinen Gesellschaft" mit engen Kontakten zu Militärs bezeichneten.

ffr/AFP/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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wolfi55 23.01.2013
1. viel Lärm um nichts im Vorwahlkampf
Leute, das war doch nur ein Theater gewesen im Wahlkampf um den Präsidentenstuhl in den USA. Und dann das Gelalle von unangemessen. Wenn sich zwei erwachsene Leute privat im besten Einvernehmen unterhalten, ist nichts unangemessen. Aber bei den Angelsachsen muss man das erst mal lernen. Der Kontinent ist da viel weiter.
thorsten.kettwig 23.01.2013
2. Die spinnen, die Amis...
"Allen und Kelley beteuerten, keine außereheliche Affäre gehabt zu haben." Geht's noch? Das sind erwachsene Menschen, wenn die in gegenseitigem Einvernehmen eine Affäre haben wollen, sollen sie das tun. Rechenschaft darüber sind sie allenfalls ihrem evtl. Ehepartner schuldig, aber ganz bestimmten nicht irgendwelchen Generalstäben oder der spießigen amerikanischen Öffentlichkeit. Was sind das nur für Heuchler... Der SPON könnte diesen Aspekt auch etwas deutlicher als gar nicht hervorheben
derhinrichs 23.01.2013
3. @wolfi55
genau. gerade das gebabbel um ^angemessen^ ist unangemessen. ansonsten setzen die auch auf freiheit und verantwortung.
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