Pentagon Rumsfeld will US-Soldaten aus Bürgerkrieg im Irak heraushalten

Die US-Truppen wollen mit einem Bürgerkrieg im Irak möglichst nichts zu tun haben. Sollte es in dem Land zu solchen Auseinandersetzungen kommen, müssten sich die einheimischen Sicherheitskräfte damit auseinandersetzen, stellte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld klar.


Washington - Die einheimischen Truppen müssten so trainiert werden, dass sie mit einer solchen Situation selbst umgehen könnten, sagte Rumsfeld vor einer Anhörung in einem Senatsausschuss. Ziel sei aber, einen Bürgerkrieg in dem Golfstaat zu verhindern.

Rumsfeld: "Ernst der Lage begreifen"
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Rumsfeld: "Ernst der Lage begreifen"

Selbst vor dem Hintergrund der jüngsten Gewaltwelle im Irak bleibe die Möglichkeit bestehen, die Zahl der US-Soldaten im Irak zu reduzieren, sagte Rumsfeld. Wenn die irakischen Politiker aber nicht bald eine Regierung bildeten, dann würden sie "mit einer sehr schwierigen Lage konfrontiert", sagte Rumsfeld.

Der Irak befände sich derzeit nicht in einem Bürgerkrieg, aber die politischen Führer müssten bald zu einer Einheit finden, damit nicht der sektiererische Konflikt voll ausbreche. Die irakischen Führer müssten den "Ernst der Lage" begreifen.

Der für die Irak-Operationen zuständige Chef des US-Zentralkommandos, General John Abizeid, gab bei der Anhörung zu, die Schwierigkeiten im Irak unterschätzt zu haben. "Es gibt keinen Zweifel, dass die sektiererischen Spannungen höher sind als wir vorausgesehen haben, und das ist für uns alle eine große Sorge", meinte der General.

Aus US-Verteidigungskreisen hatte es zuletzt geheißen, die jüngste Gewalteskalation in dem Land werde bei der Entscheidung über künftige Truppenreduzierungen eine große Rolle spielen. Die USA haben derzeit rund 132.000 Soldaten im Irak, im Dezember waren es noch 160.000.

Es ist aber fraglich, ob die einheimischen Sicherheitskräfte tatsächlich in der Lage sind, die Situation zu kontrollieren. Offen ist zudem, wie loyal sie der Regierung tatsächlich gegenüberstehen und in welchem Ausmaß sie von Aufständischen unterwandert sind.

Rumsfeld war wie US-Außenministerin Condoleezza Rice vor dem Senatsausschuss erschienen, um Stellung zu den rund 70 Milliarden Dollar zu nehmen, die die Regierung von US-Präsident George W. Bush zusätzlich für die Kriege im Irak und in Afghanistan beantragt hat.

als/afp/dpa



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